Der faszinierende Erdtrabant - von Karlsruhe aus fotografiert. | Foto: BNN

Mondbücher für junge Leser

Diese Bücher bringen jungen Menschen die erste Mondlandung näher

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Wie der erste Mensch auf dem Mond hieß? Die Älteren müssen nicht lange überlegen. Neil Armstrong – klar! Bei der Generation U20 wird es da schon kritischer. James T. Kirk jedenfalls war es nicht und Apollo 13 ist die Mission, die im Film Tom Hanks fast das Leben gekostet hätte, aber nicht die, die Armstrong und Aldwin auf den Mond brachte. Das war Apollo 11.

In 50 Jahren kann selbst die tollste Geschichte in Vergessenheit geraten. Deshalb haben viele Kinder- und Jugendbuchverlage das bevorstehende Jubiläum der ersten Mondlandung zum Anlass genommen, das Wissen der Jungen ein bisschen aufzufrischen. Mit Bilderbüchern ohne Text für die ganz Kleinen, über Vorlesebücher für Fünf- bis Achtjährige, dazu noch ein Sachbuch für Schüler der Mittelstufe und eine Graphic Novel für junge Erwachsene. Auch für die Nichtleser ist was dabei: ein spannender Podcast mit den Original-Stimmen der Astronauten. Super für lange Fahrten in den Urlaub und irgendwann vielleicht auch zum Mond.

Für die ganz Kleinen

„Ausflug zum Mond“ (John Hare).

Wer dieses Buch weglegt, ohne ein ganz und gar entzücktes Lächeln auf den Lippen zu haben, der muss am besten nochmal von vorne beginnen. Das Bilderbuch des amerikanischen Grafikers John Hare kommt ohne einen einzigen Buchstaben aus. Aber es ist so ausdrucksstark, dass selbst Kleinstkinder die Geschichte mit der großartigen Pointe verstehen.
Ganz kurz: In ferner Zukunft sind Mondreisen normal geworden und beim Klassenausflug wird ein Schüler oben vergessen. Zum Glück hat er seine Buntstifte dabei. Die gefallen auch den Mondbewohnern gut, die zuvor nie ein Mensch gesehen hat. Wie Hare es schafft, Menschen im Helm einen Gesichtsausdruck zu verleihen ist magisch.

John Hare: „Ausflug zum Mond“, Moritz Verlag, 14 Euro.

Für junge Zuhörer und Selbstleser

„Ein kleiner Schritt für einen Menschen – ein großer für die Menschheit.“ Vielleicht war es der Satz von Neil Armstrong, der den Illustrator Torben Kuhlmann zur Idee inspirierte, eine Maus als allererstes Lebewesen überhaupt zum Mond zu schicken. Was, wenn die Menschen gar nicht so großartig sind, wie sie denken und uns in Wahrheit die Mäuse voraus sind? In toll gezeichneten Bildern und einem leicht verständlichen Text präsentiert Kuhlmann sein interessantes Gedankenspiel. Sein Held ist eine kleine Maus, die sich in einer Welt zurechtfindet, die parallel zu der der Menschen existiert. Der Leser begleiten den Wettlauf zum Mond von der ersten Idee bis hin zum Abdruck einer Mäusepfote im Mondenstaub. Ein ideales Vorlesebuch mit Bildern, so schön wie ein Hollywood-Film.

Torben Kuhlmann: „Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ Verlag: NordSüd. Preis: 23 Euro

Für Schüler, die mehr wissen wollen

„Neil Armstrong“ (Karin Hahnemann)

Astronauten stellt man sich als Typen vor, die keine Angst kennen. Draufgänger, die immer einen frechen Spruch auf den Lippen haben und super cool bleiben, auch wenn es mal brenzlig wird. Diesem Astronauten-Klischee entsprach Neil Armstrong ganz und gar nicht. Der berühmteste Raumfahrer der Welt war kein Hollywood-Typ. Im Gegenteil: Der erste Mensch auf dem Mond und Kommandant der Columbia war eher ein stiller Mensch, sehr fleißig und strebsam. Die Fliegerei begeisterte ihn schon als Kind und so wurde der kluge Neil Pilot, Student, Soldat und schließlich der erste Mensch auf dem Mond. Den Rummel, der nach der gesunden Rückkehr um seine Person entstand, mochte er gar nicht.
Das Leben dieses eigentlichen unbekannten Menschen zeichnet dieses Sachbuch nach, das dem Menschen Neil Armstrong in seiner nüchternen und sehr trockenen Art vielleicht nicht ganz unähnlich ist. Ein Buch für Leser, die dem Menschen hinter dem Helden und nicht dem Mythos näher kommen wollen.

Karin Hahnemann: „Neil Armstrong – Der erste Mensch auf dem Mond“ Verlag: Ars Edition, Preis: 12,99 Euro

Für Comicfans

„Apollo 11“ (Matt Fitch, Chris Baker, Mike Collins)

Das Titelbild dieser Graphic Novel deutet es schon an: Es geht nicht um die bloße Nacherzählung der Apollo-11-Mission. Die war bekanntermaßen ein voller Erfolg für die Nasa und die USA. Der fallende Astronaut auf dem Cover weist darauf hin, dass die Autoren dieser Graphic Novel tiefer blicken. Sie spielen mit Rückblicken und Traumsequenzen und machen Gefühle sichtbar.
Wer das Genre nicht gewohnt ist, muss sich erst ein bisschen einfuchsen. Aber wer drin ist, taucht ein in das Amerika der 60er und 70er. Auch die Zeichnungen nehmen den Stil dieser Jahre auf. Die berühmtesten Mondfahrt-Zitate fehlen nicht und auch nicht die Kennedy-Rede. Auch hübsch: Im Anhang finden sich die detaillierten Zeichnungen der Trägerrakete Saturn V, des Kommando-Moduls und der Mondfähre Eagle.

Matt Fitch, Chris Baker, Mike Collins: „Apollo 11“, Verlag: Knesebeck, Preis: 24 Euro.

Für Nichtleser

Fast neun Tage dauerte die Reise der Astronauten Michael Collins, Edwin „Buzz“ Aldrin und Neil Armstrong zum Mond und zurück. Neun Tage, in denen die drei Männer ständig auf Sendung mit Mission Control in Houston waren. Neun Tage auch, in denen sie nicht nur Helden sondern auch ganz normale Menschen waren. Sämtliche Gespräche mit der Kommandozentrale in Houston wurden natürlich aufgezeichnet und jetzt, 50 Jahre später, veröffentlicht. Radio Bremen hat aus den 19 000 Stunden Aufnahme ein fast einstündiges Radiofeature gemacht, in dem man Dinge über den Flug zum Mond erfährt, die kaum einer weiß.

Dass der Pulsschlag von Aldrin während der gesamten Mission nie über 88 Schläge pro Minute hinausging zum Beispiel, oder dass Michael Collins Kaffee aus gebrauchtem Heizungswasser kochte und Armstrong auf dem Mond nicht schlafen konnte. Von den Höhen und Tiefen im Alltag an Bord der Columbia berichten die Apollo-Tapes, die es in der ARD-Audiothek-App kostenlos zum Download gibt.