Bei einem Müllwagenunfall sind in Nagold fünf Menschen gestorben.
Nach dem Müllwagenunfall mit fünf Toten in Nagold hat der Fahrer ein Jahr Haft auf Bewährung bekommen. | Foto: dpa

Fünf Tote im August 2017

Nach Müllwagenunfall in Nagold: Fahrer bekommt ein Jahr Haft auf Bewährung

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Nach dem Müllwagenunfall mit fünf Toten im Kreis Calw hat der Fahrer ein Jahr Haft auf Bewährung bekommen. Das Landgericht Tübingen verurteilte den 55-Jährigen am Montag wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

Er war am 11. August 2017 in Nagold zu schnell in eine Kreuzung gefahren und mit seinem schweren Müllwagen auf ein voll besetztes Auto gekippt.

Bei Müllwagenunfall starben fünf Menschen

Alle fünf Insassen dieses Wagens starben, darunter zwei Kinder. Im Müllwagen wurde der Beifahrer des 55-Jährigen verletzt. Der Angeklagte hatte im Prozess gesagt, die Bremsen hätten nicht funktioniert (Az.: 2 KLs 34 Js 17248/17). Ein Gutachter konnte aber keinen technischen Defekt feststellen. Das Gericht hat die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Der Urteilsbegründung zufolge ist eine Haft nicht nötig, um den Angeklagten von weiteren Straftaten abzuhalten. „Er leidet unter dem Fall und muss nicht ins Gefängnis, um zur Besinnung gebracht zu werden“, sagte die Richterin.

Der Mann muss eine Geldauflage von 1.000 Euro an die Notfallseelsorge im Kreis Calw zahlen. Seine Fahrerlaubnis wird eingezogen und frühestens in einem Jahr wieder erteilt. Etliche Angehörige der Opferfamilie verließen nach der Nennung des Strafmaßes den Saal.

Vertreter der Nebenklage hatte drei Jahre Haft gefordert

Der Vertreter der Nebenklage, der die Eltern der getöteten Erwachsenen vertrat, hatte eine dreijährige Gefängnisstrafe gefordert – dafür applaudierten die Angehörigen. Der Staatsanwalt fand eine Strafe von einem Jahr auf Bewährung angemessen sowie eine Geldstrafe von 3.500 Euro.

Der Verteidiger des Fahrers hatte eine „faire Entscheidung“ gefordert, ohne einen Vorschlag für eine Strafe zu machen. „Ich gehe, wenn überhaupt, von Augenblicksversagen aus“, sagte er. Die Richterin schloss ihre Urteilsbegründung mit der Anmerkung, dass ihr Urteil wohl weder der Familie Frieden bringen noch dem Fahrer die Last von den Schultern nehmen könne. Sowohl Nebenklagevertreter als auch Verteidiger schlossen eine Revision aus, wie sie nach der Urteilsverkündung sagten.

dpa