Wohnungsbau
Weil viele Baden-Württembergern Klimawandel und Wohnungsmangel umtreibt, will die grün-schwarze Landesregierung mit Blick auf die Landtagswahl Tatkraft demonstrieren: In diesem und im kommenden Jahr schiebt die Koalition den Wohnbau mit jeweils 250 Millionen Euro an. | Foto: Marijan Murat

Förderprogramm startet

In Baden-Württemberg fehlen 500.000 Wohnungen

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Weil viele Baden-Württembergern Klimawandel und Wohnungsmangel umtreibt, will die grün-schwarze Landesregierung mit Blick auf die Landtagswahl Tatkraft demonstrieren: In diesem und im kommenden Jahr schiebt die Koalition den Wohnbau mit jeweils 250 Millionen Euro an. Laut Prognosen fehlen im Land rund 500.000 Wohnungen, um den prognostizierten Bedarf bis 2025 zu decken.

Das neue Programm soll im April in Kraft treten. Schon jetzt liegen laut der zuständigen Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) so viele Bauanträge für Sozialwohnungen vor wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Diesen Rückenwind wolle man nutzen. Etwa für mehr Klimaschutz im Sozialwohnungsbau.

Fokus auf energieeffizienten Neubauten

So hat sich Grün-Schwarz für sämtliche neuen Bauvorhaben in diesem Bereich auf den verbindlichen Energieeffizienzhaus-Standard KfW 55 verständigt. Sollte ein Investor nachweisen, dass die Mehrkosten 150 Euro je Quadratmeter Wohnfläche übersteigen, kann er von dieser Verpflichtung befreit werden.

Rechnung trägt die Landesregierung nach den Worten der Wirtschaftsministerin den galoppierenden Baupreisen sowie den steigenden Grundstückspreisen – was den Neubau günstiger Appartements für Investoren immer unattraktiver macht.

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Die berücksichtigungsfähigen Baukosten werden deshalb von 3.000 auf künftig 3.500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche bei der Mietwohnraumförderung nach oben geschraubt. Gefördert werden auch Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter preiswerte Wohnungen bauen. So will man die Wirtschaft bei der Anwerbung von Fachkräften unterstützen.

Derzeit würden mit der Novellierung des Landeswohnraumförderungsgesetzes die Grundlagen geschaffen. Eine solche Förderung gibt es bislang in keinem anderen Bundesland.

FDP: Wohnraumförderung soll kein Vehikel für Klimapolitik sein

Kritik kam von der Opposition. Das Programm werde die Probleme am Wohnungsmarkt nicht lösen, ließ die SPD wissen. Die FDP erklärte, Wohnraumförderung sollte kein Vehikel für Klimapolitik sein. DGB-Landeschef Martin Kunzmann sagte, die Regierung bleibe unter ihren Möglichkeiten.