St. Augustiner Flüchtlingsheim
Beamte der Polizei und des Ordnungsamtes in Schutzanzügen vor der St. Augustiner Flüchtlingsunterkunft in NRW. | Foto: Marcel Kusch/dpa

Weitere Testergebnisse offen

70 Corona-Fälle in St. Augustiner Flüchtlingsheim

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St. Augustin (dpa) – In einer Flüchtlingseinrichtung in St. Augustin bei Bonn sind 70 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab die Bezirksregierung Köln bekannt. Insgesamt wurden in der Unterkunft 300 Personen getestet.

Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» über zahlreiche positive Testergebnisse in dem Flüchtlingsheim berichtet. Die Infizierten wurden in einen Isolierbereich verlegt. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. In dem Flüchtlingsheim finden bis zu 600 Personen Platz. Der Großteil der positiv getesteten Menschen zeige keine oder schwache Symptome, teilte die Bezirksregierung weiter mit. 60 negativ getestete Menschen wurden unterdessen in anderen Einrichtungen untergebracht.

Kritik gab es von den Grünen. «Wir haben mehrfach die Forderung gestellt, diese Heime durchzutesten», sagte der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Horst Becker dem «Kölner Stadt-Anzeiger»: «Es zeigt sich jetzt, dass das viel zu spät passiert ist.»

In St. Augustin (Rhein-Sieg-Kreis) waren überwiegend junge Leute, aber auch Familien untergebracht. Die Quarantäneverfügung wurde den Bewohnern inzwischen übergeben und in persönlichen Einzelgesprächen mit den Sozialbetreuern sowie mitunter durch eine muttersprachliche Übersetzung erklärt.

Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus ist in Flüchtlingsheimen keine Seltenheit. Allein in Nordrhein-Westfalen waren bereits zwei Einrichtungen stärker betroffen. So wurden in Euskirchen mehr als 50 Personen positiv auf Covid-19 getestet, in Mettmann bei Düsseldorf kam es in einem Flüchtlingsheim zu mehr als 30 Positivfällen.

Die Länder haben in der Vergangenheit versucht, die Ausbreitung des Virus mit Tests, Quarantäne, verschärften Hygienemaßnahmen und der Schließung von Gruppenräumen einzudämmen. Kinder müssen in den Wohnheimen mitunter auf Unterricht und Gruppenbetreuung verzichten. Auch wurde versucht, die Bewohner von Unterkünften in verschiedenen Sprachen zu informieren.