Roman Herzog
Altbundespräsident Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren gestorben. | Foto: Daniel Naupold

Große Trauer in Karlsruhe

Altbundespräsident Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren gestorben

Der frühere Bundespräsident Roman Herzog ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Das bestätigte das Bundespräsidialamt. In Karlsruhe löste die Nachricht große Trauer aus. Die Spitzen des Staates und Politiker aus Regierung und Opposition würdigten ihn als unermüdlichen Mahner für Reformen und als manchmal unbequemen Geist.

Von 1983 bis 1994 in Karlsruhe

Herzog stand von 1994 bis 1999 an der Spitze der Bundesrepublik. Zuvor war der Jurist Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Am Verfassungsgericht in Karlsruhe war er von 1983 bis 1994 tätig. Seine politische Tätigkeit hatte er 1978 als Kultusminister in der von Ministerpräsident Lothar Späth geführten Landesregierung begonnen. Danach wurde er Innenminister.

Gauck: Markante Persönlichkeit

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte seinen Amtsvorgänger am Vormittag als «markante Persönlichkeit» mit «vorwärtsstrebendem Mut». Herzog habe «das Selbstverständnis Deutschlands und das Miteinander in unserer Gesellschaft geprägt und gestaltet», betonte er in einem Kondolenzschreiben an Herzogs Witwe, Alexandra Freifrau von Berlichingen.

Warnung vor Reform-Müdigkeit

Der CDU-Politiker hatte unermüdlich vor Reform-Müdigkeit im Land gewarnt. Herzog machte es sich zur Aufgabe, gegen Blockaden in Politik und Gesellschaft anzugehen. Besonders in Erinnerung blieb seine Rede von 1997 mit dem zentralen Satz: «Durch Deutschland muss ein Ruck gehen».

„Das Volk bewegt sich nicht“

Er setzte sich auch kritisch mit den Bürgern auseinander. «Das Volk bewegt sich nicht», sagte er im Frühjahr 2008 der «Bild»-Zeitung. Es gebe zwar eine gewisse Bereitschaft zu Reformen, «aber es bräuchte politische Führung, echtes Charisma, um sie zu mobilisieren».

In verschiedenen Kommissionen tätig

Nach seinem Verzicht auf eine zweite Amtszeit als Bundespräsident saß er in verschiedenen Kommissionen. Dazu gehörte der Konvent für Deutschland, ein Expertengremium, das sich unter anderem mit den Themen Föderalismusreform und Finanzverfassung beschäftigte.

Rückzug auf die Götzenburg

Herzog lebte zuletzt auf der Götzenburg in Jagsthausen bei Heilbronn, wo seine zweite Frau Alexandra Freifrau von Berlichingen zuhause ist. Christiane Herzog, die sich nicht nur während der Amtszeit ihres Mannes im sozialen Bereich engagierte, war im Juni 2000 gestorben.   dpa/BNN