Modell
ZEHN KLOTZIGE TÜRME (vorne) sind eine Idee des Rotterdamer Büros MVRDV für eine radikale Veränderung der Stadtlandschaft am Ettlinger Tor. Auch eine Galerie, die sich vom Landratsamt (weißer Turm links Mitte) bis zum Staatstheater entlang der Kriegsstraße zieht sowie ein Mega-Torbogen (hinten Mitte) und ein Riesenring (links daneben) sind ins Stadtbauspiel gebracht. | Foto: Sandbiller

Bauprojekt in Karlsruhe

Architekten stellen Pläne für Hochhäuser am Ettlinger Tor vor

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Die Werkstatt für die städtebauliche Zukunft des Ettlinger Tors produziert Rohlinge in großer Fülle. Die vier renommierten Architekturbüros überraschen mit einer visionären Vielfalt. Bei den Betrachtern lösen sie Erstaunen aus, das von offener Begeisterung bis schroffer Ablehnung reicht. Jetzt verfeinern die Büros ihre Entwürfe mit einem, zwei oder mehreren Hochhäusern beim Ettlinger Tor.

Auslöser für den bis zum Sommer laufenden Werkstattprozess ist der vom Landkreis angestrebte, aber noch keineswegs genehmigte Abriss des sanierungsbedürftigen Landratsamt-Hochhauses und damit verknüpfte anspruchsvolle Neubauten – möglicherweise Twin-Towers für Karlsruhe am Ettlinger Tor. Als Momentaufnahme seien die vier Vorschläge kurz vorgestellt:

Modell
VARIANTEN über Varianten (blaue Komplexe) bietet Cobe an – mal mit einem mal mit zwei Hochhäusern auf der Südwestseite des Ettlinger Tors. | Foto: Sandbiller
Stadtmodell
EIN RIESENTURM direkt am Ettlinger Tor gehört zu den Vorschlägen von berchtoldkrass. Das Karlsruher Büro schlägt auch komplexe Baukörper in sehr unterschiedlicher Form vor. | Foto: Sandbiller
Entwurfmodell
EIN NEUER TURM (links neben dem Stadtkirchenturm aufragend) bereichert bei Max Dudler die Silhouette der Fächerstadt. Er bildet das östliche Pendant zu einem neuen Ensemble (rechts neben dem Rathausturm) an Stelle des heutigen Landratsamts. Diese beiden städtebaulichen Akzente flankieren eine relativ flache Neugestaltung direkt am Ettlinger Tor. | Foto: Sandbiller

MVRDV aus Rotterdam versucht, eine „ikonische Marke als Ausdruck der Vision Karlsruhes des 21. Jahrhunderts“ zu setzen. Ein riesiger Ring auf Stelzen verbindet die Ecken der Kreuzung. Oder ein gigantisches Stadttor überspannt die Ettlinger Straße. Gleich neun mit Brücken verbundene Türme oder eine Galerie aus Glas und Grün spannen sich entlang der Südseite der Kriegsstraße.

Von Sachzwängen befreit

Das Karlsruher Büro berchtoldkrass space&options hält „den Bereich zwischen Staatstheater und Landratsamt für den geografischen Schwerpunkt der Stadt“. Dafür hat man mehrere „von Sachzwängen befreite Szenarien“ entworfen. Eine der Fragen lautet: „Könnte ein neues Hochhaus ein Leuchtturm des städtischen Lebens sein?“

Visionen entwickelt

Das Büro Cobe Berlin spricht von „dem Momentum der Transformation“ durch den Umbau der Kriegsstraße. So hat das Team „Visionen für den Ort“ entwickelt – auch mit zwei Türmen beim Ettlinger Tor.
Max Dudler, Architekt aus Berlin, will „die Neustadt mit der Altstadt wieder zusammenführen“. So wird die „Neuordnung um das Ettlinger Tor in einem größeren Kontext gedacht“. Mit einem Zwillingsturm an der Ecke Kriegsstraße/Kreuzstraße, wo heute das Postgiroamt steht, wird ein „neues“ Ettlinger Tor geschaffen. Dazu kommen große flache Quader direkt am Ettlinger Tor als „Torhäuser“.