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Nordschwarzwald neu kartiert

Bad Databrunn oder Schmutzige Ecke: Pforzheim wird für Ornamenta in fünf thematische Gemeinden aufgeteilt

Das Kulturprogramm Ornamenta wird 2024 den Nordschwarzwald neu kartieren. Dafür sind jetzt fünf thematische Gemeinden angelegt, in denen lokal wie international zentrale Gesellschaftsfragen verhandelt werden.

Stadtmuseum Pforzheim: Plattform für die Ornamenta-Gemeinde Inhalatorium. Eröffnung 13. Mai 2022
Alles Luft: Gratis, verschmutzt, missbraucht, künstlich nachgebaut ist der Stoff, der im Nordschwarzwald für Ferienlaune sorgt. Was der Zukunftsatem aus dem Ornamenta-Inhalatorium bringt, ist noch Verhandlungssache. Foto: Ron Teeger

Topkunst und Gebrauchsgegenstände sind gleichberechtigte Elemente, aus denen sich Zukunft saugen lässt. Dies wird im Pforzheimer Stadtmuseum deutlich. Die Einrichtung in historischen Gebäuden im Stadtteil Brötzingen ist der erste Ort, an dem sich das Kulturereignis Ornamenta erahnen lässt, mit dem Pforzheim 2024 international Aufmerksamkeit erregen will.

Elementar sind dabei fünf Gemeinden. Sie haben weder ein Rathaus noch einen Kirchturm oder gar einen Bürgermeister. Aber sie haben jeweils ein Thema, das bis in zwei Jahren idealerweise für neue Grenzen sorgt im Nordschwarzwald. Wo bislang drei Landkreise und die Großstadt Pforzheim die Strukturen beherrschen, sind für 2024 Solartal, Inhalatorium, Bad Databrunn, Zum Eros und Schmutzige Ecke kartiert.

Wie sehr die Namen Programm und Denkanstoß zugleich sind für Katharina Wahl, Willem Schenk und Jules van den Langenberg, zeigen die Kuratoren bis Oktober in ihrer der ersten Ornamenta-Ausstellung. Sie fragen, welche Rolle Spiritualität beim Zusammenleben von verschieden religiösen und nichtreligiösen Menschen spielen kann.

Fünf Locations und 1.000 Betten in den Gemeinden werden gesucht

Rauchwerkzeuge aus dem Pforzheimer Schmuckmuseum und aus der Markenwarenwelt von Porsche prallen auf nicht privatisierbare Schwarzwaldluft. Es wird eine Strategie gegen die Spaltung von Mensch, Technik und Natur gesucht. Mitmachen kann jeder, auch wenn es darum geht, wie sich Beziehungen, mithin Gesellschaften entwickeln und verändern.

Bis 2024 werden jeweils rund 1.000 Betten und fünf Locations in den Gemeinden gesucht, die bis dahin den Nordschwarzwald bilden. Außerdem sind Leute gefragt, die sich themenbezogen künstlerisch beteiligen. Allein durch diese Angebote werden sich Grenzen verschieben bis 2024. Denn jeder Anbieter muss sich auf eines der neuen Gesellschaftsgebilde beziehen, sich sozusagen zu einem der Orte bekennen, die die Ornamenta zu einem Hotspot für Zukunftsfragen machen sollen.

Gemäß dem Anspruch, dies alle fünf Jahre zu wiederholen, gilt das nicht nur für die 100 Tage 2024, zu denen etwa 30.000 Menschen erwartet werden. Wer in der Schmutzigen Ecke erlernen will, mit unerwarteten und auch unerfreulichen Herausforderungen klar zu kommen, hat ein Dauerprogramm gebucht.

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