Straßburger Münster
Bei einem Attentat in der Innenstadt von Straßburg am Dienstagabend gab es Tote und Verletzte. | Foto: Sebastian Gollnow

Kommentar

Blut auf dem Pflaster

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Sie ist eine der schmucksten Ecken von Straßburg, eine jener bezaubernden kleinen Gassen, in denen sich gerne Genießer und Flaneure treffen. Am späten Abend kehrte dort, in der Goldschmiedegasse, und an der prächtigen Place Kleber der tödliche Schrecken ein. Schüsse, Schreie, Panik, Blut auf dem Pflaster der festlich geschmückten Altstadt. Den Opfern dieser unsinnigen Tat gehört in diesen Stunden das Mitgefühl aller.

Straßburg putzt sich jedes Jahr zur Weihnachtszeit nicht nur prachtvoll heraus, es verwandelt sich auch zu einer der am besten gesicherten Metropolen dieser Welt. Zugangskontrollen, Barrikaden – wer den Weihnachtszauber der elsässischen Hauptstadt genießen will, der muss erst hohe Hürden nehmen. Die hat offensichtlich auch der Täter genommen, dessen perfider Plan es war, mit grenzenlosem Hass die Seligkeit einer entspannten Vorweihnachtsstimmung zu zerstören.

Es wird ihm nicht gelingen, dass seine Saat aufgeht! Die französischen Sicherheitskräfte haben entschlossen gehandelt und waren dem Täter schnell auf der Spur. Es klingt trivial: Eine absolute Sicherheit gegen den Wahnsinn gibt es nicht. Aber es gibt Menschen, die Leib und Leben riskieren, um dem Terror die Stirn zu bieten. Beim oft kurzatmigen Aktionismus gerät der Dank an sie zuweilen ungebührlich kurz.