Präsidentenstichwahl in Brasilien
Brasilien wählt einen neuen Präsidenten. Vor einigen Jahren galt die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas noch als aufstrebende Regionalmacht, heute ist Brasilien ein Sorgenkind. | Foto: Diego Herculano

Bolsonaro gegen Haddad

Brasilianer wählen neuen Präsidenten

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Rio de Janeiro (dpa) – Nach einem harten Wahlkampf wählen die Brasilianer einen neuen Staatschef. Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro geht als Favorit in die Stichwahl am Sonntag.

Der Ex-Militär provoziert immer wieder mit Ausfällen gegen Frauen, Schwarze und Schwule sowie mit seiner Sympathie für die Militärdiktatur (1964-1985). Allerdings profitiert er von der Wut vieler Brasilianer über die jüngsten Korruptionsskandale und die zunehmende Gewalt.

Dieser Wechselstimmung hat der linke Kandidat Fernando Haddad wenig entgegenzusetzen. Das Image seiner Arbeiterpartei ist nach Lateinamerikas größter Schmiergeldaffäre «Lava Jato» (Autowäscherei) schwer beschädigt. Haddads politischer Ziehvater, Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, sitzt wegen Korruption im Gefängnis.

Im Falle eines Wahlsiegs will Bolsonaro das Waffenrecht liberalisieren, gegen Homoehe und Abtreibung eintreten sowie die Rechte indigener Gemeinschaften im Amazonas-Gebiet beschneiden. Beobachter befürchten eine Zunahme der Gewalt sowie negative Auswirkungen auf den internationalen Klimaschutz und die soziale Lage im größten Land Südamerikas.

Unterstützer des rechtspopulistischen Kandidaten bei der Präsidentenwahl, Jair Bolsonaro. | Foto: Ian Cheibub
Fernando Haddad, Kandidat der Arbeiterpartei, hat ein schweres Paket zu tragen. Seine linke Arbeiterpartei (PT) steht für die größte Schmiergeldaffäre in der Geschichte Lateinamerikas. | Foto: Diego Herculano