Zukunft der Mobilität? Ein selbstfahrendes Auto wird in Karlsruhe getestet. Archivfoto: dpa

Fahrerlose Autos und mehr

Diskussion im ZKM: Wie sieht der Verkehr der Zukunft aus?

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Ein alter Traum wird nach und nach Realität: Fahrerlose Autos, die selbstständig einparken, am Zebrastreifen per Sensor vor Fußgängern gewarnt werden und mit anderen Verkehrsteilnehmern digital kommunizieren.

Seit bald eineinhalb Jahren wird auf einem Testfeld im Südwesten moderne Mobilität mit Roboterfahrzeugen erprobt. Dabei untersuchen auch die Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) die Auswirkungen des autonomen Fahrens auf den Verkehr.

Wie verändert sich unser Alltag?

Wie wird es unseren Alltag im nächsten Jahrzehnt verändern? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer ungewöhnlichen Diskussion im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). Namhafte Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden diverse Aspekte des autonomen Fahrens erörtern. Danach wird das Publikum dazu aufgerufen, sein Urteil zu fällen. Und zwar nach dem Prinzip der
aus den Fernsehübertragungen wohlbekannten Abstimmungen im Unterhaus des Westminster-Parlaments: „The ayes to the right, the noes to the left“.

„Das Thema wird in der Gesellschaft viel diskutiert, deswegen möchten wir die Zuschauer in eine lebendige Debatte einbeziehen“, erklärt in einem Gespräch mit den BNN Mathias Kind, Leiter des Instituts für Thermische Verfahrenstechnik am MIT und Organisator der Veranstaltung, die zu den Höhepunkten des Wissenschaftsjahres 2019 der Heidelberger Akademie der Wissenschaften zählt. Bei der Diskussion im Medientheater des ZKM greift sie auf ein wenig bekanntes Format zurück, das von der Nationalakademie Leopoldina erfolgreich erprobt wurde.

Publikum als Akteur

„Dazu wird jeweils eine Ja- oder Nein-Frage gestellt, nach dem sich das Publikum links oder rechts in die Stuhlreihen umsetzt“, so Kind. „Die ,Ayes‘ und ,Noes‘ werden anschließend nach den Gründen für ihre Entscheidungen befragt.“ Dem Karlsruher Forscher ist wohl bewusst, dass gerade die Brexit-Debatten im Unterhaus zuletzt turbulent gewesen sind. Was tun, wenn es im Saal plötzlich hoch hergeht? „Wir haben mit dem 3sat-Journalisten Markus Brock einen erfahrenen Moderator, der pointiert fragen und die Menschen zum Lachen bringen kann“, sagt der Organisator.

Kind ist zurückhaltend, wenn es um die Zukunft des autonomen Fahrens geht. „Es kommt in kleinen Schritten und wird nur einen Teil des Autoverkehrs ausmachen“, glaubt er. Der Wissenschaftler sieht vor allem Bedarf für Roboterautos bei der „letzten Meile“ der Mobilität, etwa bei Taxifahrten im näheren Umfeld oder in der Logistik. Im ZKM sollen unter anderem die Aspekte „Ethik“ und „Interaktion zwischen Mensch“ und Maschine diskutiert werden.