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Bedauern in der Ortenau

Deutschland stuft Frankreich erneut als Hochinzidenzgebiet ein

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die deutsche Bundesregierung Frankreich ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet mit Testpflicht bei der Einreise ein. Der Landrat des Ortenaukreises bedauert das.

Die Bundesregierung stuft Frankreich ab Sonntag erneut als Hochinzidenzgebiet ein. Bei der Einreise wie hier in Kehl gilt dann wieder eine Testpflicht. Foto: Annette Lipowsky/Stadt Kehl

Das österreichische Bundesland Tirol sowie Tschechien und die Slowakei werden gleichzeitig von der Liste der Virusvariantengebiete gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Damit wird ein wesentlicher Teil der Einreisebeschränkungen für diese Länder und Regionen aufgehoben.

Die Infektionslage in Frankreich hatte sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich verschlechtert. Täglich melden die Behörden etwa 30.000 neue Ansteckungen.

Die Situation in den Krankenhäusern ist in mehreren Regionen extrem angespannt. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche liegt aktuell bei mehr als 300. Die Einstufung als Hochinzidenzgebiet erfolgt ab einem Inzidenzwert von 200.

Wer aus diesen Gebieten einreist, muss einen negativen Corona-Test bei Einreise dabei haben. Für Pendler treffen die jeweiligen Bundesländer in der Regel spezielle Regelungen.

Landrat des Ortenaukreises bedauert neue Regelungen für Frankreich

Für den Ortenaukreis ist bereits im Februar eine Allgemeinverfügung erlassen worden, die es Grenzpendlern aus Straßburg und dem Elsass erlaubt, den Rhein ohne Test zu überqueren, wenn sie sich unmittelbar nach ihrer Einreise testen lassen. Die Testpflicht für Pendler besteht danach zweimal pro Woche. Möglich sind sowohl ein PCR-Test als auch ein Antigen-Schnelltest.

Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, bedauerte diese Hürden für Grenzgänger in einer Pressemitteilung am Freitag: „Das ist ein weiterer Einschnitt in die Lebensrealität der Menschen im Ortenaukreis und dem Elsass. Grenzüberschreitende Freizügigkeit ist ein Kernelement des Zusammenlebens in unserer Region, das durch die neuen Regelungen erneut stark beschnitten wird.“

Oberbürgermeister von Kehl und Straßburg stimmen sich ab

Unmittelbar vor der Einstufung Frankreichs als Hochinzidenzgebiet hatten sich die Oberbürgermeister von Straßburg und Kehl am Freitagmorgen zu einem Austausch getroffen.

Die Botschaft von Jeanne Barseghian und Toni Vetrano (CDU) ist klar: Die Einschränkungen sowohl für Grenzpendler aber auch für Familien, die auf beide Rheinseiten verteilt sind, müssen so gering wie möglich bleiben. So begrüßten sie die Allgemeinverfügung des Ortenaukreises.

Kehl wird seine Testkapazitäten im städtischen Testzentrum in der Stadthalle erweitern; auf der Straßburger Rheinseite besteht die Möglichkeit, in fast jeder Apotheke einen Schnelltest zu bekommen oder sich in zahlreichen Laboren einen PCR-Test abnehmen zu lassen.

Möchte Schülern auf beiden Rheinseiten Präsenzunterricht ermöglichen: Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano. Foto: Stadt Kehl

Außerdem unterstützt die Feuerwehr bereits große Unternehmen bei der Einrichtung von eigenen Testzentren. Darüber hinaus bestehen Testkapazitäten in Apotheken und bei Ärzten. Hier gibt es eine Übersicht über die kommunalen Schnelltestzentren im Ortenaukreis.

Wichtig ist Barseghian und Vetrano auch, dass der Trambetrieb weitergeht, damit auch Pendler ohne eigenes Auto ihren Arbeitsplatz erreichen können und Schüler, die auf der jeweils anderen Rheinseite eine Schule besuchen, am Präsenzunterricht teilnehmen können.

Sollte es zu intensiven Grenzkontrollen kommen, möchten sich die beiden Oberbürgermeister dafür einsetzen, dass der Lkw- und der Pkw-Verkehr auf den beiden Fahrspuren separiert werden, um lange Wartezeiten für Grenzpendler zu vermeiden.

Grenzregion Moselle ist seit Anfang März Virusvariantengebiet

Die Grenzregion Moselle war bereits Anfang März als Virusvariantengebiet eingestuft worden. Dort gibt es damit schon eine Testpflicht bei Einreise. Kontrolliert wird sie wahrscheinlich auch künftig nur stichprobenartig hinter der Grenze im Rahmen der sogenannten Schleierfahndung. Stationäre Grenzkontrollen sind nicht geplant.

An den Grenzen zu Tirol und Tschechien gibt es dagegen derzeit auf Wunsch der angrenzen Länder Bayern und Sachsen solche Grenzkontrollen. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie nun zumindest an der Grenze zu Tirol aufgehoben werden, das ab Sonntag nur noch „normales“ Risikogebiet ist. Tschechien und die Slowakei bleiben dagegen Hochinzidenzgebiete.

Fokus auf Varianten des Coronavirus

Die Einstufung als Gebiete, in denen besonders ansteckende und gefährliche Virusvarianten verbreitet sind, war am 14. Februar erfolgt. Von dort dürfen derzeit nur Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen.

Ausnahmen gibt es etwa für Lastwagenfahrer und Grenzpendler mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen bei Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Alle anderen Einreisenden müssen für 14 Tage in Quarantäne – ohne Möglichkeit zu verkürzen.

Reisende müssen ab Sonntag folgende weitere Änderungen beachten:

  • In Dänemark werden Nordjylland und Midtjylland als Risikogebiete eingestuft.
  • Israel wird vom Hochinzidenzgebiet zum Risikogebiet zurückgestuft.
  • In Kroatien wird Slawonien als Risikogebiet eingestuft.
  • In Finnland und Norwegen werden jeweils einzelne Regionen von der Risikoliste gestrichen, aber es kommen auch neue hinzu.
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