Weltklimagipfel in Kattowitz
Greenpeace beleuchtet den Mehrzweck-Arenenkomplex «Spodek» mit den Worten «No hope without climate action - Greenpeace». | Foto: Andrzej Grygiel/PAP

Erderhitzung kein Fake

Heiße Phase der UN-Klimakonferenz in Polen

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Kattowitz (dpa) – Mit einer Bilanz der bisherigen Klimaschutz-Bemühungen ist am Montag der UN-Klimagipfel in Polen in Anwesenheit von Regierungschefs und Ministern in die entscheidende Phase gegangen.

«Es wird bereits viel getan, aber wir wissen auch, dass mehr gemacht werden muss», sagte der polnische Konferenzchef Michal Kurtyka zum Start der zweiten Gipfelwoche in Kattowitz (Katowice).

Dutzende Minister aus aller Welt, darunter die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), sind zum politischen Teil des Gipfels angereist. Die Beratungen von rund 200 Staaten zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sollen möglichst bis zum Freitag abgeschlossen werden; oft dauern Klimakonferenzen länger als geplant.

Ziel der COP24 in Polen ist ein Regelbuch, um die Klimaschutzpläne der einzelnen Staaten vergleichbar und nachprüfbar zu machen. Auch geht es um weitere Finanzzusagen an Entwicklungsländer, von denen viele besonders unter der Erderhitzung zu leiden haben.

In Paris war 2015 beschlossen worden, die durch den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid verursachte Erwärmung der Atmosphäre auf maximal zwei Grad zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Die Zeit drängt, wie der Weltklimarat IPCC in seinem jüngsten Bericht warnt. Schon jetzt hat sich die Welt um rund ein Grad aufgeheizt; die Folge sind vielerorts mehr Wetterextreme wie Hitze und Dürre sowie Starkregen und Stürme.

Allerdings hatten Umweltschutzorganisationen nach der ersten Gipfelwoche ein enttäuschtes Zwischenfazit gezogen: Der vielbeachtete IPCC-Bericht des Weltklimarats zeige bei dem Treffen in Kattowitz keine Wirkung, kritisierte Greenpeace. Nach Angaben der Umweltstiftung European Climate Foundation (ECF) lieferten sich Saudi-Arabien, Kuwait und Russland – gestützt von der US-Delegation – mit anderen Ländern einen Streit darüber, wie der Bericht in das Abschlussdokument aufgenommen werden soll. Dies sei ein wichtiger Kampf, der den Ton der zweiten Woche bestimmen werde, meinten die Aktivisten.