Air Malaysia MH17
Absturzort von MH17 in der Ostukraine. | Foto: Anastasia Vlasova/epa

Kommentar

Flug MH17: Noch viele offene Fragen

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Der Fall MH17 ist kompliziert. Klar ist heute lediglich, dass die Ursachen für den Tod von 298 Menschen im Himmel über dem Donbass vor genau fünf Jahren in den Wirren des ukrainischen Bürgerkriegs zu suchen sind.

Eine Rakete aus russischer Produktion traf die Boeing 777 der Malaysian Airways, die Spuren führen zu russischen Rebellen, doch die letzte Gewissheit für die Familien der Hinterbliebenen fehlt.

Wer gab den Befehl für den Waffeneinsatz gegen ein ziviles Flugzeug und warum? Es besteht heute nicht viel Hoffnung, dass die Anklage gegen vier russische Verdächtige, die nicht in den Westen ausgeliefert werden, zu irgendwelchen Ergebnissen führen wird.
Als sich die internationale Untersuchungskommission entschied, Moskau in keiner Weise an den Ermittlungen zu beteiligen, lieferte sie dem Präsidenten Wladimir Putin einen bequemen Vorwand, die Aufklärung der Katastrophe zu ignorieren. So verwundert heute die Zurückhaltung des Kreml nicht, der sich zurücklehnt und jegliche Verantwortung abstreitet. Unter diesen Bedingungen Russland die fehlende Kooperation bei den Untersuchungen vorzuwerfen, ist nicht konsequent.
Auffällig ist auch, dass die Führung in Kiew das Unglück faktisch totschweigt. Vielleicht will der neue Präsident Wladimir Selenski nicht von vornherein seine Beziehungen zu Putin belasten. In jedem Fall bleibt die Ukraine die Antwort auf die offene Frage schuldig, warum sie 2014 trotz der Kampfhandlungen nicht den Luftraum über dem Donbass gesperrt hatte.