Bebauung beim Hauptbahnhof
NEUE STADTANSICHT VON SÜDEN: Die zwei Riegelkomplexe, die sich symmetrisch um den kleinen Platz hinter dem Hauptbahnhof gruppieren sind zu voller Höhe aufgeschossen. Auch ihre Verkleidung ist schon weit fortgeschritten. Foto: Sandbiller | Foto: Sandbiller

Karlsruher Riegel zeigen halbe Fassade

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Hinter dem Hauptbahnhof stehen die zwei Bürohausriegel des Internetmilliardärs Ralph Dommermuth in voller Größe quer. Auch aus der Luft ist gut erkennbar, wie das Bauprojekt auf dem ein Vierteljahrhundert nicht verkauften Filetstück der Stadtentwickler jetzt den südlichen Stadteingang bestimmt.

Großinvestor beißt an

Dann biss 2017 der Großinvestor aus Montabaur zu. Bereits im April 2018 wurde der symbolische Grundstein für das Projekt „Hauptbahnhof Süd“ gelegt und seitdem ein hohes Bautempo vorgelegt.

Fassade zu 50 Prozent

„Der Rohbau ist abgeschlossen, und die Fassade ist schon zu 50 Prozent eingekleidet“, bestätigt Projektchef Rainer Dommermuth, der Bruder des Bosses von United Internet, gegenüber den BNN. Derzeit liefen auch die Planungen des Innenausbaus der bis zu zwölf Stockwerke hohen Duos links und rechts des Plätzchens am Hintereingang des Hauptbahnhofs.

Plätzchen bleibt der Stadt

Jede Hälfte ist 112 Meter lang, 50 Meter breit und maximal 44 Meter hoch. Die Investitionssumme beträgt rund 150 Millionen Euro. Das Bahnhofplätzchen am Hintereingang zu den Bahnsteigen und zu einer Fahrradgarage sowie direkter Vorfahrt mit dem Pkw gehört weiter der Stadt, sie gestaltet es nach dem Ergebnis eines Wettbewerbs.

Kesselhaus wird umgebaut

Inzwischen ist auch das historische Kesselhaus eingerüstet. „Dessen Umbau läuft lediglich leicht verzögert, sonst ist alles im Plan“, räumt Rainer Dommermuth ein.

Kantine für Internet-Leute

In dem Industriedenkmal neben den ebenfalls vor dem Abriss bewahrten einzigen zwei Bahnwohnhäusern der vertriebenen Künstlerkolonie richtet Dommermuth eine große Kantine ein. Dort können die bis zu 1 500 Menschen essen, die in dem Bürohauskomplex bereits 2020 ihren Arbeitsplatz hinter dem Hauptbahnhof haben sollen.

Die Leute von 1&1 müssen andernorts in der Fächerstadt ausziehen. Dort läuft der Mietvertrag ab.
Dieses Dommermuth-Großprojekt, das die Kernstadt nach Süden Richtung Südtangente wachsen lässt, sollen nach dem Wunsch der Stadt in wenigen Jahren zwei rund 70 Meter hohe Hochhäuser flankieren.

Zwei Türme geplant

Für den östlichen Bauplatz nahe der Unterführung „Ettlinger Straße“ besitzt Dommermuth die Bauoption. Für das zweite Hochhaus nahe der Unterführung Schwarzwaldstraße hat die Stadt zumindest offiziell noch keinen Investor gefunden.