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Meinung

von Alexei Makartsev

Ein Jahr ChatGPT

KI steckt noch in den Kinderschuhen – doch sie hat bereits die Welt für immer verändert

Ähnlich wie einst das Internet wird man die Künstliche Intelligenz nicht mehr aus unserem Alltag wegdenken können. Die Technologie bietet Riesenchancen, hat aber Tücken – die man kennen muss.

Eine Frau hält ein Smartphone mit der geöffneten Anwendung ChatGPT in der Hand.
Der KI-Bot ChatGPT hat sich in kürzester Zeit in Deutschlands Unternehmen, Schulen, Forschungseinrichtungen und Medienhäusern etabliert. Dabei ist er gerade ein Jahr alt. Foto: Jessica Lichetzki /dpa

Noch nie hat eine Technologie so schnell so viele Menschen überzeugt. Die Anwendung ChatGPT brauchte nach ihrer Einführung gerade einmal fünf Tage, um die Schwelle von einer Million Nutzer weltweit zu überschreiten. Zum Vergleich: Beim iPhone, das einst die Handy-Welt revolutioniert hat, waren es mehr als zwei Monate bis zu dieser Wegmarke der globalen Erfolgsgeschichte.

Der Chatbot des Unternehmens OpenAI hat den Begriff Künstliche Intelligenz erstmals massentauglich gemacht. Er hat in kürzester Zeit unsere Arbeitswelt verändert, die bewährten Unterrichtsformen in den Schulen und Universitäten durchgewirbelt, die Forschung in vielen Bereichen beflügelt und einen tiefgreifenden Wandel bei den Medien bewirkt.

Vorsicht: Maschinen können halluzinieren!

Vor allem aber: Das innovative Programm auf Basis von selbstlernenden neuronalen Netzwerken hat die Menschen kreativer und produktiver gemacht. Und es hat auch Probleme bereitet, nachdem viele gemerkt haben, dass schlaue Maschinen „halluzinieren“ können und die Nutzer täuschen, indem sie vermeintliche Fakten frei erfinden.

Alles in einem sind die Veränderungen durch die erste öffentlich genutzte KI enorm. Dabei steckt sie noch in den Kinderschuhen: ChatGPT feiert an diesem Donnerstag seinen ersten Geburtstag. Seine Perspektiven sind glänzend, ähnlich wie das Internet seinerzeit werden solche digitalen Entwicklungen aus unserem Leben in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein. Und es gibt ja noch viel mehr als Bots, die Antworten generieren.

Künstliche Intelligenz verändert gerade die industrielle Produktion, wird in der Arzneimittelentwicklung verwendet und hebt den Bürgerservice in den Kommunen auf ein neues Niveau, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wenn wir uns jedoch darauf einlassen, dass diese Technologie unser Dasein verändert, sollten die Nutzer sie besser verstehen und beherrschen, ihre Grenzen kennen, aber auch die Chancen erkennen, die sie bietet. Auf diesem Gebiet der KI-Bildung gibt es in Deutschland noch sehr viel zu tun.

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