Gleisbau

DER STRANG für die Bahn durch die Kriegsstraße wird am Westende des Erhardboulevards bei der Volksbank (rechts) in Mittellage zwischen den Rampen des Autotunnels eingebaut. Bald sind die Schienen an das Gleiskreuz am Mendelssohnplatz (hinten) angeschlossen. | Foto: jodo

Dauerbaustelle

Neue Gleise auf der Kombi-Baustelle: Arbeiten gehen trotz Corona weiter

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Neue Schienen für die Stadt: Am Westende des Erhardboulevards beginnt der Gleisbau für die oberirdische Kriegsstraßenbahn. Im elften Jahr des Stadtumbaus können die Karlsruher jetzt auch etwas von der dritten Komponente der Kombilösung neben der U-Strab und dem Autotunnel sehen.

Die Schiene auf der bis Ende 2021 zum Stadtboulevard umgebauten City-Autobahn Kriegsstraße wird die Trasse der Südostbahn im Erhardboulevard mit dem Gleisdreieck Karlstor direkt verbinden. Diese neue oberirdische Ost-West-Schiene im Süden der City ergänzt die U-Strab unter der Kaiserstraße.

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An der U-Strab wird seit 2010 und jetzt noch rund eineinhalb Jahre gebaut. Durch die Röhre sollen nach dem neuen Liniennetzplan der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) bis zu sieben Linien rollen – und zwischen vier Baumreihen auf dem Boulevard Kriegsstraße die Straßenbahnen der Linien 3 und 4.

Weg frei zum Flanieren

Durch diese Kombilösung wird die Kaiserstraße frei vom lokalen und regionalen Bahnverkehr. Die Schienen zwischen Europaplatz und Berliner Platz können rausgerissen werden. Die Fußgängerzone wird dann abschnittsweise ab 2022 wie derzeit der Marktplatz mit portugiesischem Granit frisch gepflastert und damit in eine wahre Flaniermeile umgewandelt.

Kriegsstraße
DER AUTOTUNNEL wächst beständig von Westen auf das Ettlinger Tor (Position des Fotografen) zu. Das Landratsamt-Hochhaus (links) und die Zufahrt ins Einkaufscenter Ettlinger Tor (rechts) hat die Betonröhre bereits erreicht. | Foto: jodo

Am Autotunnel wird erst seit exakt drei Jahren gebaut. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Der Tunnel wächst in einigen offenen Baugruben jede Woche um mehrere Meter. Schon ist rund die Hälfte in Beton gegossen. Im Sommer 2021 soll er im Rohbau fertig sein und Ende 2021 samt der Bahnlinie auf seinem Betondeckel in Betrieb gehen.

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Während die Arbeiter jetzt ganz im Osten zwischen den Tunnelrampen vor der Fassade der Volksbank schon mit dem Gleisbau für die Kriegsstraßen-Bahn loslegen, geht es ganz im Westen, am Karlstor, mit dem Bau des Autotunnels erst richtig los. Deshalb kommen dort seit Dienstag die Autos auf der Karlstraße gar nicht mehr durch (die BNN berichteten). Und ab 20. April rollt am Karlstor vorerst keine Straßenbahn mehr zwischen Europaplatz und Hauptbahnhof.

Der Corona-Krise wird noch getrotzt

Kasig-Pressesprecher Achim Winkel bestätigt, dass die Arbeiten an den Kombi-Tunneln und der neuen oberirdischen Gleistrasse trotz der Corona-Krise weiterlaufen. Allerdings müsse man die Arbeiten wegen Krankheitsfällen und Grenzproblemen mit enormem Organisationseinsatz optimieren und manchen Ablauf verändern, heißt es bei der Bauherrin, der städtischen Tochter Kasig.

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Dem Kombi-Bau kommt zu Gute, dass Arbeiten an der frischen Luft und in den Weiten der Untergrundstationen laufen. Dort kann besser als in Büros auf die gebotene Distanz zum Schutz vor einer Infektion geachtet werden.

An der Oberfläche der Kriegsstraße wird auch bei der deshalb gesperrten Lammstraße gearbeitet. Dort kann man Ende 2021 an einer Kreuzung die Kriegsstraße queren. Die Autobahn mit Barrierewirkung wird durch den Stadtboulevard für alle Verkehrsteilnehmer ersetzt. So mildert man die Trennwirkung der Kriegsstraße zwischen City sowie Süd- und Südweststadt.