Thomas Kutschaty
Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionsvorsitzender in Nordrhein-Westfalen, Ende 2018 bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. | Foto: Christophe Gateau

SPD-Vorsitz

Kutschaty bringt sich für Nahles-Nachfolge ins Spiel

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Düsseldorf (dpa) – Mehrere SPD-Politiker des mitgliederstarken Landesverbandes Nordrhein-Westfalen haben die Bereitschaft von Thomas Kutschaty gelobt, nach dem Rücktritt von Andrea Nahles für den Parteivorsitz zu kandidieren.

«Ich begrüße es, dass Thomas Kutschaty seine Bereitschaft zur Kandidatur mitgeteilt hat», sagte Karl Lauterbach, stellvertretender SPD-Fraktionschef im Bundestag, dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Es werde sicherlich auch noch andere Kandidaten geben. Aber ein offenes Verfahren mit viel Transparenz sei richtig. «Dafür hat er sich ja auch immer selbst eingesetzt. Und daher ist es konsequent, dass er auch kandidiert.»

Der Bochumer Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer sagte dem «Kölner Stadt-Anzeiger»: «Es ist erfreulich, dass es tatsächlich Menschen gibt, die bereit sind, für den SPD-Parteivorsitz zu kandidieren, statt immer nur zu erklären, warum sie keine Zeit haben oder warum es nicht geht.» Er fügte hinzu: «Es ist doch erstaunlich, dass sich unter sechs stellvertretenden Vorsitzenden keiner findet, der für das Amt des Vorsitzenden antreten möchte.» Er forderte eine rasche Entscheidung. «Bis Dezember können wir nicht warten.»

Kutschaty schließt eine Bewerbung für den Bundesvorsitz nicht aus. «Großen Herausforderungen darf man nicht hinterherlaufen, man darf aber auch nicht davor weglaufen», hatte der ehemalige Justizminister dem «Kölner Stadt-Anzeiger» gesagt. Gefragt worden war er am Rande einer Fraktionssitzung im Düsseldorfer Landtag, ob er sich vorstellen könnte, für den Bundesvorsitz zu kandidieren. Er hat sich bisher nicht eindeutig erklärt, ob er kandidieren wird.

Bisher hat sich offiziell noch kein Bewerber für die Nachfolge der zurückgetretenen Partei- und Fraktionschefin Nahles gemeldet. Die kommissarischen Parteichefs Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig hatten erklärt, dass sie das Amt nicht anstreben.