Haben Roboter ein Bewusstsein? Das ist eine der vielen Fragen zur Künstlichen Intelligenz, die den Karlsruher Medieninformatiker Karsten Wendland beschäftigen. Foto: Makartsev

Künstliche Intelligenz

Mensch und Algorithmus: wer beherrscht wen?

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Intelligente Maschinen können heute unheimlich viel. Deshalb sind sie auch vielen Menschen unheimlich.

Manche machen sich Angst, dass die Künstliche Intelligenz (KI), die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, ihre persönlichen Daten missbraucht, um daraus realitätsfremde Persönlichkeitsprofile zu erstellen. 18 Prozent der Menschen, so das Ergebnis einer Umfrage, denken gar, dass die KI nach der Weltherrschaft trachtet und bereits heute unser Bewusstsein beherrscht.

Mit der spannenden und hochaktuellen Frage nach den Grenzen der „Herrschaft der Algorithmen“ beschäftigt sich an diesem Donnerstag ein hochkarätig besetztes Symposium des Karlsruher Forums für Kultur, Recht und Technik im ZKM. Dabei gehen Wissenschaftler etwa den Fragen nach, ob es der modernen KI bewusst ist, was ein Mensch überhaupt ist (die Antwort lautet: nein), ob die Roboter eine eigenes Identitätsbewusstsein entwickeln können (ja) oder ob die Menschen Angst haben müssten, dass die sich immer schneller entwickelnden Algorithmen sie bald überflüssig machen. Die letztere Frage beantworten die Top-Experten übrigens übereinstimmend mit einem klaren Nein.

Ein Roboter als Bürgermeister?

Dennoch bleiben viele Ungewissheiten. „Wir sollten gemeinsam aufpassen, dass der Oberbürgermeister von Karlsruhe auch in Zukunft ein Mensch bleibt“, sagte deshalb halb im Scherz auf dem Podium der Karlsruher Medieninformatiker Karsten Wendland. In Japan habe es beinahe eine ganz andere Entwicklung gegeben, erklärte der Fachmann vom Institut für Technikfolgenabschätzung des KIT. Dort habe eine „Roboterfrau“ bei einer Bürgermeisterwahl tatsächlich viele Wählerstimmen erhalten – auch wenn sie am Ende nicht gewonnen habe.

Mehr über die Tagung im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien lesen Sie online und am Freitag in der Printausgabe der BNN.