Caroline Labusch erzählt die Geschichte einer tragischen Ballonflucht. Foto: Penguin

Buchkritik

Mit dem Ballon nach Westberlin: Das Rätsel einer tragischen Flucht

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In einer kalten Neumondnacht 1989, nur wenige Monate vor dem Mauerfall, steigt in Ostberlin ein selbst gebastelter Heißluftballon auf.

An Bord ist der DDR-Bürger Winfried Freudenberg. Er hat nur noch wenige Stunden zu leben: Am nächsten Morgen findet die Westberliner Polizei in einem Garten die Leiche des Mannes. Freudenberg geht in die Geschichte als eines der letzten deutschen Grenzopfer ein.

Der junge Ingenieur ist aus großer Höhe abgestürzt, aber unter welchen Umständen? Und warum zog Winfrieds Frau Sabine, die im entscheidenden Augenblick nicht in den Ballon einstieg, der lange vorbereiteten Flucht ein einsames Leben in der DDR vor?

Es sind gleich zwei Krimis, die die Berliner Autorin Caroline Labusch in ihrem Buch über das Ballon-Unglück löst: Freudenbergs rätselhaften Tod und die Liebestragödie eines ungleichen Ehepaares, das an der harten Realität des Sozialismus zerbrach. Die aufwändige Spurensuche nach 30 Jahren, bei der auch Sabine Freudenberg selbst zu Wort kommt, ist verwirrend und packend zugleich. Als eine authentische Geschichte der deutschen Teilung geht sie unter die Haut.

Caroline Labusch „Ich hatte gehofft, wir können fliegen“, Penguin Verlag 2019, 304 Seiten, 14 Euro.