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Lösung gegen die Pandemie

Neues Corona-Tool macht Intensivbetten in Deutschland sichtbar

Es kommt in einer Epidemie nicht nur darauf an, ausreichend Ressourcen zur Behandlung von Erkrankten zu haben. Man muss auch jederzeit wissen, wo genau sich diese Ressourcen und freien Kapazitäten befinden, um bei Bedarf den medizinischen Transport von Menschen in akuter Lebensgefahr schnell und effizient koordinieren zu können.

Je grüner desto besser: Das Visualisierungstool „Coronavis“ gibt einen Überblick über die Intensivbetten-Kapazitäten in ganz Deutschland. Foto: Universität Konstanz Foto: None

Ein Team von Informatikern vom Bodensee hat sich diese Aufgabe gestellt – herausgekommen ist dabei das bundesweit bislang einmalige Visualisierungstool, das die aktuelle Verfügbarkeit von Intensivbetten in Kliniken in ganz Deutschland anzeigt.

"Coronavis" soll Ärzten und Krisenplanern helfen

Das an der Universität Konstanz entwickelte Portal trägt den Namen „Coronavis“ und hat das Potenzial, die Arbeit von Medizinern und Krisenplaner erheblich zu erleichtern, insbesondere wenn die Corona-Zahlen weiter schnell steigen.

„Mit ,Coronavis‘ können wir Ärztinnen und Ärzte in die Lage versetzen, bundesweit genaue Intensivbetten-Kapazitäten abzufragen“, erklärt Daniel Keim, Professor für Datenanalyse und Visualisierung an der Uni Konstanz. „Patienten könnten so beispielsweise in nahe, oder entferntere Krankenhäuser verlegt werden – je nach akutem Bedarfsfall.“

Warnfunktion bei regionale Corona-Versorgungs-Engpässen

Auf der interaktiven Deutschlandkarte werden regionale Covid-19-Zahlen und die erwarteten Änderungen der verfügbaren Betten in Bundesländern, Regierungsbezirken oder Landkreisen angezeigt. Das Tool hat ferner eine Warnfunktion, die bei Engpässen ausgelöst werden kann.

Die Daten werden automatisch von den Webseiten des Robert-Koch-Instituts und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ausgelesen, die die Bettenzahlen der Kliniken sammelt.

„Im Moment sieht man, dass der Druck noch nicht so hoch ist, und in den Ballungsräumen sind noch freie Kapazitäten da“, sagte Keim den BNN. Der Experte hofft, den vollen Zugriff auf die Daten des DIVI-Intensivregisters zu erhalten und das Tool bald mit Intensivmedizinern und Epidemiologen in der Praxis testen zu können.

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Zahl der Intensivbetten auf etwa 40.000 gestiegen

Unterdessen meldet die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen Anstieg der Intensivbetten in der Corona-Krise: Ihre Zahl sei auf knapp 40.000 angewachsen. Von diesen seien bis zu 20.000 frei, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß der „Rheinischen Post“. Laut Gaß verfügten zu Beginn der Pandemie 20.000 Betten über ein Beatmungsgerät. Inzwischen dürften es 30.000 sein.

International gesehen hat Deutschland relativ viele Intensivbetten – 33,9 auf 100.000 Einwohner zählte zuletzt die OECD. Die Versorgungsdichte in Italien betrug demnach nur 8,6 Betten auf 100.000 Einwohner.

Alle Informationen gibt es auf bnn.de/coronavirus

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