Konflikt in Syrien
Eine nahezu völlig durch einen Luftangriff der syrischen Luftwaffe zerstörte Straße in Ost-Ghuta. | Foto: Ghouta Media Center/AP

Hintergrund

Ost-Ghuta – seit Jahren belagerte Rebellenhochburg

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Damaskus (dpa) – Ost-Ghuta ist eines der letzten Gebiete in Syrien, das noch von Rebellen kontrolliert wird. Islamistische Gruppen dominieren die bewaffnete Opposition in der Region.

Auch der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida hat Kämpfer in Ost-Ghuta, allerdings spielen sie nach Angaben von Aktivisten nur eine untergeordnete Rolle. Es soll sich um einige Hundert handeln.

Truppen der Regierung belagern Ost-Ghuta seit 2013. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in dem Gebiet rund 400 000 Menschen fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten sind, darunter viele Vertriebene. Mehr als die Hälfte von ihnen braucht demnach humanitäre Hilfe. Hilfskonvois kamen jedoch in den vergangenen Wochen kaum nach Ost-Ghuta. Die humanitäre Lage ist deswegen katastrophal.

Lange konnten Waren über Schmugglertunnel nach Ost-Ghuta gelangen. Zudem durften bestimmte Güter mit Erlaubnis der Regierung auch einen Kontrollpunkt im Norden der Region passieren – mit Profiteuren auf beiden Seiten. Doch auch diese Wege sind seit längerem geschlossen.

Ost-Ghuta ist von Landwirtschaft geprägt, weshalb sich die Region bis zu einem bestimmten Maß unabhängig von der Außenwelt versorgen kann. Für die Regierung ist das Gebiet strategisch wichtig, weil es direkt vor den Toren der Hauptstadt Damaskus liegt. Rebellen schießen von Ost-Ghuta aus immer wieder mit Artillerie auf Regierungsgebiete.