Räumung
Polizei räumt die Gleise der Kohlebahn bei Düren. Die Aktivisten des Aktionsbündnisses protestieren im Braunkohlegebiet mit verschiedenen Aktionen. | Foto: Caroline Seidel

400 Strafanzeigen erstattet

Polizei räumt besetzte Kohlebahn am Tagebau Hambach

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Kerpen (dpa) – Die Polizei hat mit der Räumung der besetzten Gleise am Braunkohletagebau Hambach begonnen. Aktivisten hatten sich nach Angaben des Aktionsbündnisses Ende Gelände an den Schienen festgekettet, nachdem ein Großteil der 2000 Besetzer nach einer kalten Nacht die Gleise verlassen hatte.

Noch während der Räumung gab die Polizei den Besetzern die Möglichkeit, die Gleise freiwillig zu verlassen. Dem kamen weitere Aktivisten nach, wie auf einem Live-Video zu sehen war.

Die Räumung ist für die Polizisten sehr schwierig. Rechts und links des Bahngleises befindet sich eine hohe und steile Böschung. Darüber hat sich ein Aktivist wegtragen lassen.

Die Polizei erstattete im Zusammenhang mit den Braunkohle-Protesten im Rheinischen Revier nach eigenen Angaben 400 Strafanzeigen. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs eingeleitet, teilte die Polizei mit.

Tausende Aktivisten von Bündnis Ende Gelände hatten bei Aktionen für einen sofortigen Kohleausstieg mit Blockaden den Tagebaubetrieb gestört, aber auch das öffentliche Leben: Eine Autobahn und ein Streckenabschnitt der Bahn waren stundenlang gesperrt, nachdem Aktivisten darüber gelaufen waren. Nach Angaben der Polizei riefen Menschen aus der Region an und machten ihrem Unmut über Einschränkungen Luft.

Nach der rund 20-stündigen Blockade meldete das Aktionsbündnis «Ende Gelände» eine Spontandemonstration angemeldet. Nach Polizeiangaben vom Sonntag sollte die Demonstration von der blockierten Bahn am Tagebau Hambach über die Felder zum verlassenen Tagebauort Morschenich gehen und von dort zum zentralen Stützpunkt von Ende Gelände in Düren.

Tausende Klimaschützer hatten am Samstag den Tagebautrieb im Rheinland gestört, aber auch das öffentliche Leben in der Region: Ein Autobahnabschnitt wurde über Stunden gesperrt, nachdem Aktivisten über die Fahrbahn gelaufen waren. Ebenso waren eine Bundesstraße und ein Streckenabschnitt der Bahn gesperrt.

Ein offensichtlich erboster Bauer fuhr nach Polizeiangaben auf einem Acker mit seinem Traktor auf eine Gruppe von Aktivisten zu. Die Polizei stoppte ihn und nahm den Mann vorläufig fest. Gegen den Landwirt wird wegen versuchter Körperverletzung ermittelt. Viele Anwohner aus der Region beschwerten sich bei der Polizei den Angaben nach über Beeinträchtigungen.

Im Zuge der Proteste erstattete die Polizei 400 Strafanzeigen. Die Staatsanwaltschaft Aachen leitete Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs ein. | Foto: Caroline Seidel
Die Polizei erstattete im Zusammenhang mit den Braunkohle-Protesten 400 Strafanzeigen. | Foto: Christophe Gateau
Aktivisten des Aktionsbündnisses «Ende Gelände» blockieren die Gleise der Kohlebahn. | Foto: Christophe Gateau
Demonstranten im RWE-Gelände des Hambacher Tagebaus in der Nähe eines Baggers. | Foto: David Young
Die Blockade der Kohlebahn führte zu weiteren Störungen im allgemeinen Bahnverkehr. | Foto: Christophe Gateau
Aktivisten des Aktionsbündnisses «Ende Gelände» sitzen auf den Gleisen der Kohlebahn. | Foto: Christophe Gateau
Am Hambacher Tagebau stehen Aktivisten kurz vor der Grube. Im Hintergrund ist der Braunkohle-Bagger bereits gestoppt worden. | Foto: David Young