Die Amerikanerin Jody Willams hofft darauf, dass alle Killerroboter verboten werden.

Autonome Waffen

Interview mit Jody Williams: „Roboter sind unberechenbar“

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Jody Williams erhielt 1997 den Friedensnobelpreis für ihren Kampf gegen Landminen. Die US-Amerikanerin engagiert sich heute bei der Kampagne für den Verbot von autonomen Waffen.

Der Verbot der Killerroboter gilt heute als schwer durchsetzbar. Reicht es auch, ihren Einsatz strikt zu reglementieren?

Williams: Nein, wir sind für ein Totalverbot. Es ist nicht so, dass wir generell gegen neue Technologien sind. Es geht uns um eine Technologie, die programmiert wird, um selbstständig über Zielerfassung und Tötung zu entscheiden. Wir fordern einen Vertrag, der den Einsatz solcher Technik ohne humane Kontrolle unmöglich macht.

Die Befürworter solcher Technik argumentieren, dass Staaten autonome Waffen entwickeln müssen, um vor den Angriffen ihrer Gegner gewappnet zu sein, die ebenfalls an dieser Technologie forschen.

Williams: Es ist eine völlig verrückte Argumentation. Wenn die USA und Russland solche Waffensysteme aufeinander loslassen, wäre es für die Militärs beider Seiten unmöglich, die Taktik des Gegners vorherzusagen, weil sie die Programmierung der jeweils anderen Killermaschinen nicht kennen. Niemand könnte sagen, wie solche Roboter dann interagieren und welche Folgen ein solcher Konflikt hätte.

Die Atommächte machen bislang nicht mit, wie löst man dieses Problem?

Williams: Mit einer internationalen Rechtsnorm. Auch wenn nicht alle Länder mitmachen, sie würde die Waffen an sich stigmatisieren und die Staaten würden es sich zweimal überlegen, sie einzusetzen. So war es mit den Landminen: Die USA waren gegen ihr Verbot, aber sie halten sich daran, weil 164 Staaten den Vertrag unterzeichnet haben.

Was haben Sie bislang mit Ihrer Initiative erreicht?

Williams: Die Militärs hatten nicht mit uns gerechnet, sie wollten heimlich Killerroboter entwickeln. Wir haben aber die Regierungen gezwungen, darüber zu verhandeln. Ich bin optimistisch. Wir hatten mit dem Verbot der Landminen Erfolg, warum sollte es uns nicht ein zweites Mal gelingen?

Auch ein BNN-Redakteur hat sich Gedanken über den Einsatz autonomer Waffen gemacht. Hier lesen Sie den Kommentar.