Rettungseinsätze im Mittelmeer
Migranten sitzen auf einem überladenen Schlauchboot im Mittelmeer. | Foto: Lena Klimkeit/Illustration

Immer mehr ertrinken

UNHCR: Mittelmeer tödlichste Route für Flüchtlinge

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Genf (dpa) – Mehr als 1500 Flüchtlinge und Migranten sind nach Angaben der Vereinten Nationen seit Jahresbeginn im Mittelmeer ertrunken, davon allein 850 im Juni und Juli.

Die Zahlen seien deshalb so alarmierend, weil es mehr Todesfälle gebe, aber zugleich immer weniger Menschen in Europa ankämen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag (Ortszeit) mit. Das Mittelmeer sei damit weltweit die tödlichste Seeroute.

Rund 60.000 Menschen haben laut UNHCR in diesem Jahr das Mittelmeer überquert. Das sei etwa die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Spanien sei mit 23.500 Ankömmlingen derzeit das Hauptziel. Danach folgten Italien mit 18.500 und Griechenland mit 16.000. Mit einem Anteil von 13,5 Prozent stellten Flüchtlinge aus dem Kriegsland Syrien die größte Gruppe.

Das UNHCR rief alle Staaten entlang der Transitrouten auf, die Schmugglernetzwerke zu zerschlagen. Es müssten diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die Profit aus der Ausbeutung von gefährdeten Menschen schlagen wollten.

Menschenschmuggler organisierten immer gefährlichere Überfahrten in immer weniger seetauglichen Boote, hieß es. Auf diesen würden viel zu viele Menschen in der Hoffnung untergebracht, dass rechtzeitig Hilfe eintreffe.

Aus Seenot gerettete Migranten verbringen die Nacht auf einem Schiff des spanischen Seerettungsdienstes in Algeciras (Andalusien). | Foto: Marcos Moreno/AP
Der Flüchtlingszustrom nach Spanien übertrifft mittlerweile die Ankünfte in Italien und Griechenland. | Foto: Marcos Moreno/AP/dpa
Ankunft in Spanien: Gerettete Flüchtlinge kommen mit der «Orione» im Hafen von Valencia an. | Foto: Alberto Saiz/AP
Ansturm auf Europa: Flüchtlinge auf dem Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta, die auf marokkanischem Gebiet liegt. | Foto: Antonio Sempere/EFE
Flüchtlinge kommen auf einem Rettungsboot im Hafen von Malaga an. | Foto: Jesus Merida/SOPA Images via ZUMA Wire