BEIM FOTO VOR DEM GOOGLE-LOGO bestimmte das Coronavirus noch nicht ganz, was im realen Leben von Marius Hoheisen und Herbert Wackenhut (von links) bei ihrer Kalifornien-Reise passiert. Foto: PK

Große Unsicherheit

Pforzheimer berichtet vom Innovation Camp BW im Silicon Valley in Zeiten von Coronavirus

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Geschlossene Läden, Homeoffice, ein leeres Stadtzentrum: Marius Hoheisen erlebt San Francisco und das Silicon Valley „so ähnlich“ wie er sich vom fernen Kalifornien aus dieser Tage Deutschland vorstellt. Coronavirus lässt grüßen.

Aber dafür hat der Fensterbauer aus Pforzheim nicht den weiten Weg zurückgelegt. Er beteiligt sich an dem Landesprogramm Innovation Camp BW Silicon Valley. Workshops, spannende Begegnungen mit Cracks der Digital World, das Flair amerikanischer Risikofreude standen für zwei Wochen auf seinem Reiseplan, als er am zweiten Märzwochenende in den Flieger stieg.

Die Lage verändert sich merklich

Bis zu Google ist er gekommen. Gemeinsam mit Herbert Wackenhut, Leiter des Projekts RegioInno bei der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG), steht er vor dem Logo des Internetriesen. Der 29-Jährige schickte das Foto vergangene Woche, als vieles noch möglich erschien. „Das Programm ist extrem wertvoll und die Impulse sind gesetzt“, teilte Hoheisen mit. Er werde „Ansätze für die konkrete Umsetzung“ mitbringen, kündigte er an.

Wenn Kunden ausbleiben, dann trifft es hier den Arbeitnehmer direkt

Marius Hoheisen, Fensterbauer aus Pforzheim über die Lage in den USA

Daran dürfte sich nichts geändert haben. Noch während der Pforzheimer darüber berichtete, „verändert sich die Lage merklich“, lenkte er bereits am Donnerstag den Blick auf das angekündigte Einreiseverbot. Am Sonntag dann die Unsicherheit: „Die Stimmung ist gelassen, aber die Leute wissen nicht genau, was als nächstes kommt.“ Arbeitnehmer würden größtenteils nur über Leistung bezahlt. „Wenn Kunden ausbleiben, dann trifft es hier den Arbeitnehmer direkt.“

Hoheisen selbst kann viele seiner Termine dennoch wahrnehmen. Allerdings nicht direkt. Sie werden „auf digitale Art und Weise gehalten“. Das „funktioniert sehr gut“, meint der Pforzheimer Glaser- und Fensterbaumeister weiter. „Es bleibt spannend“ für ihn. Geplant ist, dass er Anfang Mai in Pforzheim persönlich über seine Erfahrungen und Erkenntnisse berichtet. Dies wurde aber vereinbart, bevor das Coronavirus raumgreifend wurde.