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Situation in den Krankenhäusern

Einige Kliniken in der Region verschieben wegen steigender Corona-Zahlen erste Operationen

Es geht wieder los: An den Krankenhäusern reagiert man auf die steigenden Corona-Infektionen. Zum Teil werden erste Operationen verschoben und Besuche eingeschränkt. Einige Patienten reagieren verunsichert.

Warten auf die OP: In ersten Krankenhäusern werden planbare Operationen wieder zurück gestellt. Man will Kapazitäten schonen für die Covid-Welle. Foto: Manu Fernandez picture alliance/dpa

Mit den steil ansteigenden Ansteckungszahlen rechnet man in den Kliniken und Krankenhäusern auch bald wieder mit deutlich mehr Covid-Patienten. Im Frühjahr standen Ärzte und Pflegepersonal schon einmal unter großem Stress. Jetzt bereiten sie sich erneut auf eine schwierige Zeit vor.

Noch spüren sie nur wenig von einer zweiten Ansteckungswelle. Dennoch treffen sie Vorkehrungen. Im Pforzheimer Helios-Klinikum sind inzwischen keine Besucher mehr erlaubt. Bislang habe man noch keine Operationen verschoben. Sollte sich die Situation ändern, werde man flexibel reagieren, sagt Helios-Sprecherin Silke Bentner.

Städtisches in Karlsruhe lässt Besuche noch zu

Am Städtischen Klinikum Karlsruhe kann es derzeit zur Verschiebung von geplanten Operationen kommen. Dies ist nach Auskunft der Kliniksprecherin Petra Geiger aber nicht Corona, sondern dem Streik im öffentlichen Dienst und krankheitsbedingten Ausfällen beim Personal geschuldet.

„Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen sind noch keine Reduktionen von geplanten elektiven Eingriffen vorgesehen“, so Geiger. Auch für Besucher gibt es derzeit noch keine weitergehenden Einschränkungen. „Das kann sich aber kurzfristig auch ändern.“ Ähnlich sieht es in Mittelbaden aus. „Wir arbeiten derzeit noch im Regelbetrieb, können aber schnell auch wieder auf Covid-Betrieb umschalten“, sagt eine Sprecherin des Klinikums Mittelbaden.

Wir fahren auf Sicht und verschieben mit Augenmaß
Alexander Tsongas, Sprecher der Regionale Kliniken Holding

In den Kliniken in Bretten, Bruchsal, Neuenbürg und Mühlacker hat man hingegen bereits damit angefangen, planbare Operationen zu verschieben. „Wir fahren auf Sicht und verschieben mit Augenmaß“, sagt Alexander Tsongas, Sprecher der Regionale Kliniken Holding (RKH).

„Wenn wir alle geplanten Operationen durchführen würden, hätten wir ja volle Häuser“, sagt Tsongas, der neben Bretten, Bruchsal, Neuenbürg und Mühlacker auch für kommunale Kliniken in Bietigheim, Markgröningen und Ludwigsburg spricht. Er rechnet damit, dass in den nächsten Tagen und Wochen die Patientenzahl steigt. „Dafür müssen wir Betten und Personal bereithalten.“

Teils halten sich eher die Patienten zurück

Im SRH-Klinikum in Langensteinbach operiert man im Normalbetrieb. Zurückhaltung wird dort eher von Patienten geübt, die zögern, stationäre Eingriffe durchführen zu lassen. Strenger ist man mittlerweile wieder beim Besuchermanagement. Nur noch wirklich schwerst Kranke dürfen besucht werden.

Mit großer Verunsicherung reagieren einige Patientengruppen auf die sich verschärfende Pandemie-Situation. Insbesondere Krebspatienten machen sich Sorgen.

Krebspatienten machen sich Sorgen

„Wir spüren ein deutlich gestiegenes Beratungsbedürfnis“, sagt Elke Rottenberg-Enghofer von der Beratungsstelle für Krebskranke der Karlsruher Arbeiterwohlfahrt. „Die Menschen machen sich Sorgen um ihre Behandlung, aber auch um die Ansteckungsgefahr.“

Viele fürchten Isolation, wenn die Krankenhäuser keine Besuche mehr zulassen. Rottenberg-Enghofer berichtet von einer deutlich höheren Zahl von Patienten, die sich mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen erstmals an sie wenden.

Das bestätigt auch Antje Göbel von der Pforzheimer Krebsberatung. „Wir haben vermehrt schwere Fälle, die sich melden. Die Krankenhäuser machen sicher, was sie können. Und wenn man einen Eingriff um ein paar Wochen verschieben kann, dann ist das unproblematisch. Aber bei einem Tumorgeschehen weiß man das eben nie so genau.“

Auch sie spürt bei ihren Klienten einen starken Anstieg der Anspannung. „Die Verunsicherung ist sicher ein subjektives Gefühl. Aber wenn man daran denkt, die Regelversorgung in den Krankenhäusern einzuschränken, dann machen sich die Betroffenen zurecht Sorgen, was das für ihre Vorsorge oder Nachsorge bedeutet.“

Zwischen Bruchsal und Achern sind 115 Intensivbetten frei

Insgesamt werden auf den Intensivstationen der Krankenhäuser zwischen Bruchsal, Achern, Karlsruhe und Pforzheim derzeit zwölf Covid-Patienten gepflegt. Neun von ihnen werden künstlich beatmet. Von den über 400 Intensivbetten in der Region sind derzeit 115 frei.

Landesweit liegen Stand Mittwoch 97 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, 52 von ihnen werden künstlich beatmet. In den Krankenhäusern Baden-Württembergs sind 910 Intensivbetten frei.

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