Robin Schmidt, Grammy-nominierter Mastering-Guru aus Grünwinkel, vor einem Regal mit Alben, denen er als Mastering-Ingenieur den letzten Schliff verpasste. | Foto: ww

Robin Schmidt aus Grünwinkel

Der Mastering-Guru aus Karlsruhe

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2002 gründete Robin Schmidt sein Studio „24 – 96 Mastering“ in seinem Elternhaus in Karlsruhe-Grünwinkel. Für seine Arbeit wurde der Vater zweier Kinder 2011 sogar für den Grammy nominiert. Seine Kunden kommen aus ganz Europa.

Es kommt wahrscheinlich nicht oft vor, dass ein Musiker mit zwei verschiedenen Bands das Karlsruher Newcomerfestival gewinnt – Robin Schmidt hat’s geschafft. „1996 mit Skastadt, 2003 dann mit der Boogie Wonderland Disco Explosion.“ In der einen Band spielte er Schlagzeug, in der anderen Percussion und Gitarre. „Wir durften dann freitags das ,Fest‘ eröffnen. Mehr geht wohl kaum für einen Karlsruher.“

In Liverpool studiert

Schmidt, der mittlerweile in ganz Europa als „Mastering-Guru“ gilt, ist seiner Heimatstadt treu geblieben, „denn in meinem Beruf ist es eigentlich egal, wo ich arbeite.“ Gelernt hat er sein Handwerk allerdings in der – wenn’s um Popmusik geht – wohl berühmtesten Stadt überhaupt: in Liverpool, der Heimat der Beatles. Dass er den Gründer der Schule nicht persönlich getroffen hat, lag daran, dass der vielbeschäftigte Schmidt am Tag der Abschlussfeier schon wieder einen Job in Karlsruhe zu erledigen hatte. „Die anderen haben jetzt alle ein Foto mit Paul McCartney“, sagt er und lacht.

Mit Schlagzeug fing alles an

Schon als Neunjähriger erhielt Robin Schmidt Schlagzeugunterricht. Mit zwölf lernte er Gitarre, mit 14 machte er bereits achtspurige Musikaufnahmen. Er spielte in zahlreichen Bands – von Pop und Rock über Jazz und Ska bis hin zu Death-Metal – und nahm alles auf, was nicht bei drei auf den Bäumen war.

Studio in Grünwinkel

Inzwischen nutzt er seine Erfahrungen als Musiker und Tontechniker in seinem Beruf als Mastering-Ingenieur: „Das hat sich während der Studienzeit entwickelt, als ich zuerst Aufnahmen von Kommilitonen masterte, später dann auch von etablierten Bands und Musikverlagen.“ Und vor 18 Jahren gründete er schließlich sein eigenes Studio im ehemaligen Wohnzimmer seines Elternhauses in Grünwinkel.

Grammy-Nominierung

An den Wänden hängen Goldene Schallplatten und beeindruckende Urkunden – wie beispielsweise jene von der Grammy-Nominierung. Die erhielt er übrigens nicht für eine Arbeit im Bereich Rock und Pop, sondern für ein Klassik-Album: Es heißt „Louis Spohr: String Sextet in C major op. 140, Nonet in F major op. 31.“

Von Placebo bis BAP

Wie viele Alben er mittlerweile gemastert hat, vermag er nicht zu sagen. „Es waren aber auf alle Fälle mehrere Tausend“. Viele berühmte Namen sind darunter vertreten, zum Beispiel Bands und Künstler wie Placebo, Mando Diao, Chrissie Hynde oder BAP. Die Songs werden ihm per Mail zugeschickt, er bearbeitet sie und schickt sie wieder zurück. „Dass Künstler oder Produzenten persönlich vorbeikommen, ist eher selten, kommt aber vor.“

Die Beatsteaks besuchten ihn

Die Beatsteaks waren bei ihm in Grünwinkel, auch Mark Forster, Michael Patrick Kelly und erst vor kurzem die Band Pur, um sich vor Ort darüber zu informieren, wie der ehemalige Schüler des Musikzugs am Helmholtz ihren Songs den letzten Schliff verpasste. Übrigens: „Meine elfjährige Tochter geht auch aufs Helmholtz, mein neunjähriger Sohn wird im Sommer folgen – beide im Musikzug.“ Und darauf ist der musikbegeisterte Vater mindestens ebenso stolz wie auf seine vielen Trophäen.

Robin Schmidt wurde am 2. Mai 1979 in Heidelberg geboren, wuchs aber in Karlsruhe-Grünwinkel auf, wo er heute noch lebt und arbeitet. Nach dem Besuch des Helmholtz- und des Technischen Gymnasiums absolvierte er sein Studium zum Toningenieur in England an Paul McCartneys Liverpool Institute for Performing Arts (LIPA). 2002 gründete er sein Studio „24 – 96 Mastering“ in seinem Elternhaus in Grünwinkel. Für seine Arbeit wurde der Vater zweier Kinder 2011 sogar für den Grammy nominiert.