Mehr Sensibilität in der Nachbarschaft - weniger Wohnungseinbrüche. Das ist das Ziel einer Plakataktion von Polizei und Kommunen im Albtal. | Foto: FössL

Polizei und Kommunen aktiv

Aktion gegen Wohnungseinbruch startet

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Augen auf in der Nachbarschaft, heißt die Botschaft der Polizei, die mit Blick auf die dunklere Jahreszeit eine Plakataktion startet. Ihr Ziel: Die Zahl der Wohnungseinbrüche weiter reduzieren. Die Kommunen machen hier mit.

„Augen auf in der Nachbarschaft“ heißt eine Kampagne gegen Wohnungseinbruch des Fördervereins Sicherer Südlicher Landkreis Karlsruhe (FöSSL), zu dem auch Gemeinden im Nachbarkreis Calw gehören. Sie wurde in den vergangenen Wochen von Bürgermeistern, Alexander Seifert, Polizeirevierleiter in Ettlingen, und Werner Raab, Vorsitzender von FöSSL vorbereitet.

Jeder Einbruch ist einer zu viel

An der Aktion „Kennen Sie Ihre Nachbarn?“ machen Gemeinden von Malsch über Rheinstetten bis hoch zum Dobel mit. Obwohl die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Region laut Polizeistatistik von 2017 stark gesunken ist – teilweise bis zu 40 Prozent in einzelnen Orten gegenüber 2016 – hat für Alexander Seifert die Kampagne einen hohen Stellenwert: „Jeder Wohnungseinbruch ist einer zu viel und steigert die Verängstigung unserer Bürger, dass ihnen so etwas ebenfalls passieren kann.“

Oft schwere Folgen für die Opfer

Die Folgen eines Wohnungseinbruchdiebstahls seien vielschichtig und für die Opfer oft nur schwer zu überwinden. Neben dem finanziellen Verlust und den materiellen Schäden bleibe bei vielen Betroffenen ein Gefühl großer Verunsicherung zurück. Und jetzt, vor Beginn der dunkleren Jahreszeit, gelte es, die Bürger wieder stärker auf das Thema „Wohnungseinbruch“ aufmerksam zu machen.

Plakate in Städten und Gemeinden

Schon seit einiger Zeit hängen an Ortseingängen oder geeigneten Plätzen der Kommunen in der Region Plakate mit pfiffigen Fragen wie „Hat Karl Besuch? Der ist doch auf Kreuzfahrt …“, die dafür sensibilisieren sollen, auch zu beobachten, was sich an Ungewöhnlichem in Nachbarhaus oder Nachbarwohnung ereignet.
Um Langfingern in der jeweilige Gemeinde noch weniger Chancen zu geben, setzen das Polizeirevier Ettlingen und der Förderverein Sicherer Südlicher Landkreis Karlsruhe dieses Jahr besonders stark auf aufmerksame Nachbarn.

Gute Nachbarschaft das A und O

Denn: 50 Prozent der Einbrüche seien durch Nachbarn und Zeugen im Zusammenspiel mit Sicherheitstechnik verhindert worden. Eine gute Nachbarschaft, eine gelebte Kultur des Hinschauens und der Zivilcourage seien wichtig, um Einbruchsversuche auch zukünftig erfolgreich und konsequent abzuwehren. Am Wochenende startet deshalb auch in Spessart ein Nachbarschaftsfest, zu dem Vertreter von Kommune und Polizei kommen.

Tipps zur Vorbeugung

Es gibt dann Informationen in Sachen „Wohnungseinbrüche/Prävention“ und Tipps zur Verbesserung der Sicherheit gegeben. Angefangen von dem Hinweis, dass „gekippte Fenster offene Fenster sind“ bis hin zur Empfehlung „bei kurzfristiger Abwesenheit die Haustür nicht nur ins Schloss zu ziehen, sondern auch zweifach abzuschließen.“ Weitere Aktionen zum gegenseitigen Kennenlernen unter Nachbarn sollen folgen: „Nachbarn sind mehr als die Leute von nebenan. Nachbarn kennen sich, sprechen miteinander und kümmern sich um einander. Denn jeder kann einmal in die Situation geraten, in der er auf die Unterstützung anderer angewiesen ist“.

Lieber im Zweifel 110 wählen

Falls andere im Einzugsgebiet des Reviers Ettlingen daran interessiert sind, ein Nachbarschaftsfest zu organisieren, können sie sich an FöSSL wenden. Laut Seifert ziehen alle Kommunen bei der Prävention von Wohnungseinbrüchen „an einem Strang“. Generell gelte, bei verdächtigen Wahrnehmungen in seinem Wohnumfeld „lieber im Zweifel Telefon 110 anzurufen.“

Weitere Infos zur Aktion „Kennen Sie ihre Nachbarn?“ beim Förderverein Sicherer Südlicher Landkreis Karlsruhe (FöSSL) im Internet unter www.foessl.de. E-Mail: info@foessl.de