Zeugnis des Andrangs: An diesem Ampelpfosten vor der Kunsthalle hinterließen viele Besucher ihr Aufklebe-Ticket, mit dem man Einlass in die Cézanne-Ausstellung erhielt. | Foto: Fink

Kunsthalle Karlsruhe

„Cézanne“ setzt Bestmarke

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Mit einer Gesamtbilanz von 116 361 Besucherinnen und Besuchern hat die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe mit der Ausstellung „Cézanne. Metamorphosen“ einen neuen Besucherrekord erreicht. Die am Sonntag beendete Ausstellung war seit ihrer Eröffnung am 28. Oktober 2017 auf starke Nachfrage gestoßen. Der bisherige Rekord lag bei 100 383 Besuchern bei der Ausstellung „Grünewald und seine Zeit“. Diese hatte vom 8. Dezember 2007 bis zum 2. März 2008 und somit zwei Wochen kürzer gedauert.

Die begrenzte Platzsituation in der Kunsthalle verursachte täglich lange Warteschlangen. | Foto: Jüttner

Da sich in der Kunsthalle wegen des Brandschutzes nicht mehr als 400 Menschen gleichzeitig aufhalten dürfen und das Foyer nur wenig Raum bietet, hatte das große Besucherinteresse täglich Warteschlangen vor der Kunsthalle verursacht. Darin mussten die Interessierten oft 90 Minuten und mehr ausharren. Kunsthallen-Direktorin Pia Müller-Tamm, die den Erfolg als „überwältigend“ bezeichnete, erklärte hierzu, man habe sich bemüht, durch individuelle Ansprachen die Situation zu entspannen. Müller-Tamm: „Wir haben auch etliche Besucher, die etwas mobilitätseingeschränkt sind und denen man nicht zumuten kann, so lange in der Kälte draußen zu stehen.“

Verlängerung war nicht möglich

Mit der Ausstellung habe das Haus gezeigt, wozu es in der Lage ist, sagte Müller-Tamm. Sie dankte ausdrücklich dem Kurator Alexander Eiling für die Konzeption und Organisation der Schau, die Leihgaben aus allein 40 Museen und Galerien aus aller Welt sowie vielen privaten Leihgebern präsentierte.  Eine Verlängerung der Ausstellung sei auch deshalb nicht möglich gewesen. „Eines der Hauptwerke, das ‚Selbstbildnis vor Staffelei‘, konnten wir nur bis zum 26. Januar zeigen“, erklärt Müller-Tamm. Das Bild aus der Sammlung Bürle sei jetzt bereits auf einer „Japan-Tournee“ dieser Sammlung. Bei einem weiteren Werk habe man sich heftig ins Zeug legen müssen, um es bis zum Ausstellungsende halten zu können. „Angesichts dieser Situation verbietet sich der Gedanke einer Verlängerung.“

Hoher Zusatzaufwand

Mutmaßungen, die Kunsthalle könnte aus der großen Nachfrage finanziellen Profit schlagen, müsse sie enttäuschen, sagte Müller-Tamm: „Wir haben zwar die Besucherzahl, mit der bei der Refinanzierung kalkuliert wurde, übertroffen, aber der stetig wachsende Andrang hat uns auch einiges an zusätzlichem Aufwand beschert.“ So sei zur Koordination der Besucherströme viel zusätzliches Personal eingesetzt worden, bis hin zur Reaktivierung bereits pensionierter Aufsichtskräfte.

Von Cézanne zu Scully

Die nächsten Wochen stehen im Zeichen des Ab- und Rückbaus. Die für Cézanne geschaffene Ausstellungsfläche wird gewissermaßen frisch gemacht, denn sie wird auch genutzt für die Präsentation der großformatigen Werke des zeitgenössischen Künstlers Sean Scully (24. März bis 5. August). Das bedeutet, dass wenigstens die Eigenbestände der Dauerausstellung, darunter die wertvollen Alten Meister, nicht schon wieder umgehängt werden müssen, wie es aufgrund der beengten Raumsituation in der Kunsthalle bei Sonderausstellungen oft nötig ist.

Ein mit der Cézanne-Präsentation vergleichbares Großprojekt wird erst wieder am 30. November 2019 mit der Großen Landesausstellung „Hans Baldung Grien“ eröffnet.