Frank Stäbler vom SV Germania Weingarten steht wie viele andere Topathleten vor einer ungewissen Zukunft in der Bundesliga. Foto: dpa

Zukunft des Ligabetriebs

Ringer-Streit vor Eskalation

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Eine Lösung im Ringer-Streit um die Zukunft des Ligabetriebs wird immer unwahrscheinlicher. Vielmehr steht der Konflikt zwischen dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) und der Deutschen Ringer-Liga (DRL) kurz vor der Eskalation. Wie angekündigt, hat der DRB seine Strafordnung verschärft. Abtrünnigen Vereinen droht damit eine Sperre von bis zu vier Jahren und eine Geldstrafe von bis 25 000 Euro. Zudem müssen Athleten, die an „nicht verbandsautorisierten Wettkämpfen“ teilnehmen, den Ausschluss aus dem Bundeskader fürchten. „Das ist nichts Neues, das Thema gewinnt durch die DRL nur an Aktualität“, betont DRB-Vizepräsident Daniel Wozniak.

„Hier nimmt ein Vorstand den Sport zur Geisel“

Für DRL-Geschäftsführer Markus Scheu, der weiterhin auf eine eigenständige Liga unter dem Dach des Verbandes hofft, sind dies „leere Drohungen“, mit denen die Clubs eingeschüchtert werden sollen. „Hier nimmt ein Vorstand den Sport mit seinen ereinen, den Kindern, Jugendlichen und Ehrenamtlichen zur Geisel“, heißt es in einer DRL-Mitteilung. Deutsche Top-Ringer wie Weltmeister Frank Stäbler, aktuell in Weingarten unter Vertrag, stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Dass der DRB diese sperrt, weil sie in der DRL kämpfen, sei kein Automatismus, erklärt Wozniak. Ohnehin hätten sich einige Top-Ringer bereits zum DRB bekannt.

„Im Notfall ringen wir in der Oberliga“

Die Weichen für die Zukunft hat man zuletzt beim SV Germania Weingarten gestellt. Wie berichtet, sprachen sich die SVG-Mitglieder einstimmig dafür aus, dem DRB eine Absage zu erteilen. „Im Notfall ringen wir kommende Saison in der Oberliga“, kündigte der SVG-Vorsitzende Ralph Oberacker an. Mit einem solchen Szenario möchte sich der Ispringer Vorsitzende Werner Koch noch nicht beschäftigen. Er geht davon aus, dass die DRL zustandekommt. Allerdings besteht die Gefahr, dass Clubs vor dem 20. Dezember, wenn beim DRB die Meldefrist endet, noch abspringen.