Der Neue bei den "Fallers": Bei den BNN sprach Robert Besta über seinen Seriencharakter Constantin Klumpp. Und er verriet, welche Rolle er gerne einmal spielen würde. | Foto: Hora

Neuling in SWR-Serie

Robert Besta mischt „Die Fallers“ auf

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Wenn Robert Besta in eine Rolle schlüpft, dann tut er das mit Haut und Haaren. Er will wissen: Wer ist dieser Mensch, den ich da spiele? Wie gibt er sich, was denkt er? „Und dann suche ich in mir selbst nach Parallelen“, sagt der Karlsruher Schauspieler. Neuerdings schlüpft Robert Besta in die Rolle des Constantin Klumpp, der ab Sonntag für Wirbel in der TV-Serie „Die Fallers“ sorgen wird (SWR Fernsehen, 19.15 Uhr).

Constantin bringt Karl Faller zum verzweifeln

„Constantin macht großen Spaß“, sagt der 38-Jährige und grinst. Sein Seriencharakter ist einer, der im beschaulichen Schwarzwalddorf der „Fallers“ einst den Absprung in die große weite Welt schaffte und nun als erfolgreicher Geschäftsmann zurückkehrt. Im Schwarzwald wittert Constantin vor allem eines: Profit. „Die Alteingesessenen haben zwar gute Ideen, setzen sie aber nicht um“, sagt Besta. „Constantin tut es.“ Umtriebig sei sein Seriencharakter, kommunikativ und forsch. Ein Fiesling? „Für Karl Faller schon“, findet der Schauspieler: „Der ist wegen Constantin regelmäßig am verzweifeln.“ Die Frauenwelt hingegen liegt Constantin schnell zu Füßen. „Er ist sehr charmant“, sagt Besta über Klumpp.

Heimkehrer: Constantin Klumpp (Robert Besta) kehrt in der SWR-Serie „Die Fallers“ zurück in den Schwarzwald und sorgt für Wirbel.
Heimkehrer: Constantin Klumpp (Robert Besta) kommt in der SWR-Serie „Die Fallers“ zurück in den Schwarzwald und sorgt für Wirbel. | Foto: Sebera/SWR

Das ist der Schauspieler ohne Frage auch. Wie er da so sitzt beim Gespräch in der Kantine der BNN, hat er sonst jedoch – zumindest äußerlich – wenig gemein mit seinem Seriencharakter. In blauem Strickpulli, das Haar zum kleinen Zöpfchen gebunden, wirkt er – der kreative Geist – so ganz anders als Geschäftsmann Constantin, der mit Fönfrisur, aufgeknöpftem Hemd und kleingemustertem Jackett in der Schwarzwaldserie aufläuft.

Langjähriges Engagement am Staatstheater

Robert Besta lebt seit über zehn Jahren in Karlsruhe. In die Fächerstadt führte ihn sein Engagement am Badischen Staatstheater, dem er bis 2014 als festes Ensemblemitglied angehörte. Mittlerweile hat der zweifache Familienvater ein festes Engagement beim Theater Pforzheim. Zudem arbeitet er als Regisseur und freier Schauspieler, steht auf der Theaterbühne ebenso wie vor der Kamera.

Ich mag die Bühne und den Film

Und nun also die „Fallers“. „Ich mag beides gleichermaßen, die Bühne und den Film“, versichert der 38-Jährige, den die Regelmäßigkeit einer Serie reizt. Generell sei es ein großes Glück, sich in seinem Beruf „in andere Menschen hineindenken zu dürfen“. „Und wenn ich damit das Publikum erreiche und zum nachdenken anrege, dann freue ich mich“, sagt er.

Anfang der 80er kam Besta aus Polen

Dass die Schauspielerei seine Leidenschaft ist, wusste Robert Besta recht schnell. Kurz versuchte er es noch mit einem Medizinstudium („Ich war genau einen Tag immatrikuliert.“), dann mit der Philosophie, bis er schließlich an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin angenommen wurde. „Meine Eltern standen immer hinter mir“, sagt Robert Besta, der mit seiner Familie Anfang der 80er aus Polen flüchtete.

Engagements im „Tatort“

Als TV-Schauspieler war Besta unter anderem im „Tatort“ zu sehen, stand außerdem für mehrere Fernseh- und auch Kinofilme vor der Kamera. Im Badischen Staatstheater tritt er auch immer wieder auf, aktuell in Monthy Python’s „Spamalot“. In Pforzheim steht zur Zeit im Stück „Ewig jung“ auf der Bühne. Ein bisschen stecke er schon in der Schublade des „Bösewichts“, sagt der Mann mit dem markanten Gesicht und lacht. Dabei würde er so gern mal eine „nette“ Rolle spielen, die des Familienvaters, Historikers oder Lehrers beispielsweise. Die Rolle dürfe dann aber trotzdem Ecken und Kanten haben, „sonst ist es langweilig“. Nun aber erst einmal Constantin Klumpp, der bei den „Fallers“ längerfristig etabliert werden soll. Ecken und Kanten hat der, so viel ist bereits sicher. Ob er auch nett ist, bleibt abzuwarten.

 

Robert Besta wurde 1978 im polnischen Schwientochlowitz geboren. Anfang der 80er-Jahre floh sein Vater nach Konstanz, Robert kam mit seiner Mutter und seiner Schwester fünf Jahre später nach. An diese Zeit hat der 38-Jährige noch genaue Erinnerungen: „Ich kam aus einer grauen Welt in eine bunte“. Kennengelernt hatte er den „bunten Westen“ bereits durch die Pakete, die sein Vater immer an die Familie schickte. Darin waren Nüsse, Bonbons – und immer auch: ein Nutella-Glas. „In den Deckel klebte mein Vater immer einen 100-Mark-Schein“, erinnert sich der Schauspieler und lacht. Und als der damals siebenjährige Robert das erste Mal in Deutschland ein Nutella-Glas aufschraubte und vergeblich nach einem Geldschein suchte, war die Enttäuschung groß. „Da war nichts drin“, sagt der Schauspieler und kann über diese Geschichte herzlich lachen. Seine Eltern leben noch heute in Konstanz. Robert Besta wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Karlsruhe.