DER WASSERPARK "RULANTICA" der Ruster Investorenfamilie Mack ist nach deren Angaben derzeit wohl das größte aktuelle private Bauprojekt im Südwesten. | Foto: Europa-Park/BNN

Baustart für „Rulantica“

Die Macks sind künftig auch „Wasser-Meister“

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Grüne Wassergeister, gekleidet in Blätter und Schilf, begrüßen die 300 internationalen Gäste, darunter 250 Journalisten. Ein Clown zieht ein Wägelchen mit knallgelben Quietsche-Entchen hinter sich her. Bezaubernde Badenixen verteilen blaue Süßigkeiten. Illuminierte Seepferdchen sind ein weiterer Hingucker. Und Petrus lässt es von oben kräftig schütten. Passender könnte die Grundsteinlegung für den neuen Wasserpark in Rust, 800 Meter vom Europa-Park entfernt, kaum inszeniert werden.

Namens-Schöpfer ist Manfred Gotta

„Rulantica“ wird er heißen, verrät Investor Roland Mack. Namens-Schöpfer ist Manfred Gotta (70) aus Forbach-Hundsbach. Das deutsche Branding-Urgestein hat bereits Namen wie Panamera für Porsche, Actros für Daimler und Megapearls für Henkel kreiert. „Rulantica“ klinge für alle internationalen Gäste gut. Das habe er ebenso getestet wie die Einmaligkeit des Namens, so Gotta am Rande der Wasser-Party gegenüber den BNN.
Rund um „Rulantica“ soll es eine eigene Geschichte geben, speziell komponierte Songs und sogar ein Musical, so Michael, Thomas und Ann-Kathrin Mack. Bewusst verzichten die Freizeit-Fachleute auf eine südländische Themenwelt – stattdessen geht es um eine skandinavische Stadt, die versunken ist. In dieser können eine halbe bis eine Million Besucher pro Jahr auf eine nasse Entdeckungsreise gehen. Anders als im Europa-Park müssen für „Rulantica“ Karten reserviert werden, vor allem über die Online-Schiene.

Familie Mack investiert 150 Millionen Euro

In die Wasserwelt investiert das Familienunternehmen Mack 150 Millionen Euro, der Fremdkapitalanteil sei gering, macht Roland Mack im Gespräch mit den BNN deutlich. Parallel entsteht das Vier-Sterne-Superior-Hotel „Krønasår“. Fläche für eine spätere Verdoppelung des Wasserparks und weitere Hotels ist vorhanden. Die Zielsetzung: Rust soll als Kurzreiseziel ausgebaut werden und der zweite Park zur langfristigen Standortsicherung dienen. Die Investition ist die größte in der Firmengeschichte. Zum Vergleich: Das Karlsruher Europabad kostete zur Eröffnung „nur“ 30 Millionen Euro.

„Rulantica“ soll Ende 2019 an den Start gehen – idealerweise am 12. Oktober 2019 als Geburtstagsgeschenk zum 70. von Roland Mack. Eine Bauzeit von gut zwei Jahren unter Mitwirkung der Firmen Rendler Bau und Wilhelm Füssler Bau wäre fix – geplant wurde schließlich 22 Jahre lang. Allein die über 30 Gutachten umfassen 1 500 Seiten. In die Erschließung wurden bislang 22 Millionen Euro gesteckt. Schon jetzt hat Jürgen Mack mit der Akquise von 550 weiteren Arbeitnehmern begonnen, für 220 davon baut das Familienunternehmen parallel ein Mitarbeiterhaus.

Um eine einmalige Wasserwelt zu schaffen, sind Teams mehrmals um den Globus gereist, um die Konkurrenz zu besichtigen. Details über die Attraktionen finden sich in den Pressemitteilungen nicht: Der Kreativ-Direktor des Wasserparks, Chris Lange, verrät gegenüber den BNN aber dann doch einige: Alle 17 Rutschen werden thematisiert sein. Darunter auch welche, bei denen es im freien Fall abwärts geht – die Röhren kreuzen sich dabei, so dass spannende Wettrennen möglich sind. Einen „Lazy River“ und „Wild River“ – künstliche Flüsse – soll es geben. Die muschelförmige Halle samt Wellenbad wird eingebettet in eine nordische Landschaft mit Fjord und Hafen, heißt es.

Franziska van Almsick kommt per Hubschrauber

Zur Grundsteinlegung kann die Schwimm-Legende Franziska van Almsick mit dem Hubschrauber noch direkt auf dem Bauplatz landen und lässt sich inmitten von Germany-Next-Topmodel-Beauties ablichten, die als Meerjungfrauen posieren. So windig nass-kalt wie bei dem Festakt soll es in „Rulantica“ aber einmal nicht zugehen – Kreativ-Direktor Lange verspricht stets warmes Badewasser.