Blinde Zerstörungswut: In der Region gingen bereits 120 Scheiben zu Bruch, unter anderem an Autos, Buswartehäuschen und an Firmengebäuden. | Foto: Polizeipräsidium Karlsruhe

Noch keine heiße Spur

Scheiben-Täter: Inzwischen 120 Fälle in der Region angezeigt

Ermittler setzen Belohnung aus

Für Hinweise zur Aufklärung der Serie beschädigter Autoscheiben und Glas an Buswartehäuschen sowie an Firmengebäuden  in Karlsruhe, Ettlingen, Malsch, Rheinstetten und Durmersheim haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine Belohnung von bis zu 1 000 Euro ausgesetzt. Den Scheiben-Tätern werden inzwischen rund 120 Fälle in der Region mit einem Schaden von über 100 000 Euro zugeschrieben.

Zuletzt schlugen die Täter in Ettlingen zu

Der letzte bekannt gewordene Glasschaden an einem Auto datiert vom  Mittwoch, 4. Januar,  und wurde im Pappelweg in Ettlingen gemeldet. Zudem wurden Schäden am Firmengebäuden in Karlsruhe-West nachträglich angezeigt. Begonnen hat die Serie der Autoscheiben-Täter  bereits Mitte Dezember. Jeder zweite Fall der blinden Zerstörungswut wurde in Malsch angezeigt, heißt es.

Unbekannte schießen aus fahrendem Auto auf Scheiben

Die beim Polizeirevier Ettlingen angesiedelte fünfköpfige Ermittlungsgruppe geht davon aus, dass die Glasschäden allesamt aus einem fahrenden Fahrzeug heraus verübt wurden, vermutlich von einer jungen Tätergruppierung. Experten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg sind anhand bisheriger Ermittlungen der Ansicht, dass die Schäden mit einer Softair-, Feder- oder Gasdruckwaffe verursacht worden. Damit wurden Plastikkügelchen oder ähnliche Projektile verschossen.

 

Eine fünfköpfige Ermittlungsgruppe des Polizeireviers Ettlingen fahndet nach den Scheiben-Tätern.
Eine fünfköpfige Ermittlungsgruppe des Polizeireviers Ettlingen fahndet nach den Scheiben-Tätern. | Foto: Friso Gentsch/Archiv

70-Jährige erlitt nach  Beschuss einer Straßenbahn einen Schock

Mittlerweile ist es nicht nur bei Sachbeschädigungen geblieben, wie die Ermittler  mitteilten. Beim Beschuss einer Seitenscheibe einer Straßenbahn am Karlsruher Hauptbahnhof habe eine dahinter sitzende 70-jährige Frau durch den Vorfall, der sich bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag ereignete, einen Schock erlitten und ein Knalltrauma davongetragen.  Am Dienstag (10. Januar)  verteilte die Polizei in Ettlingen und Stadtteilen Flugblätter mit Zeugenaufrufen.

Polizei sucht  einen Mercedes-Fahrer als wichtigen Zeugen

Hoffnungen setzen die Ermittler zudem auf einen möglicherweise wichtigen Zeugen: Sie suchen den Fahrer eines Mercedes-Kombis, der am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) gegen 23.35 Uhr auf der Malscher Friedrichstraße in Richtung Kindergarten unterwegs war. Er könnte das Tatfahrzeug gesehen haben, so die Ermittler. Hinweise nimmt das Polizeirevier Ettlingen unter (0 72 43) 3 20 00 entgegen.