Feier in der Bahnmeisterei
FAMILIENFEIER zur Eröffnung der neuen Bahnmeisterei: Die VBK-Spitze mit von links Ascan Egerer, Alexander Pischon und Christian Höglmeier freut sich mit der Belegschaft über die neuen Möglichkeiten. | Foto: jodo

VBK investieren 13 Millionen

Schienenschmierer feiern in neuer Bahnmeisterei

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) rollen auf der Zukunftsschiene: Am Freitag hat die städtische Tochter ihre neue Bahnmeisterei feierlich eröffnet.

Modernisierung auf Hochtouren

Der Modernisierungsprozess des Karlsruher Nahverkehrswesens läuft auf Hochtouren – nicht nur das gigantische Kombi-Ausbauprogramm der VBK-Schwester Kasig mit der U-Strab unter der Erde und für eine neue Straßenbahn-Citytrasse in der Kriegsstraße auf dem Autotunnel verschlingt enorme Summen.

Alles zusammen investiert Karlsruhe sicher innerhalb dieses Jahrzehnts rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau des weltweit anerkannten Nahverkehrsmodells.

Neue Zentrale bis 2021

Dabei schlägt die neue Bahnmeisterei in der Maybachstraße, neben den DB-Schienen im Durlacher Killisfeld, mit „nur“ 13 Millionen Euro zu Buche. Bis 2021 wollen die VBK zudem eine neue Nahverkehrszentrale an ihrem Stammsitz, dem ausrangierten Straßenbahndepot an der Tullastraße, stellen.

Ein mehrteiliger Bürohauskomplex mit 18 Meter hoher Front zur Durlacher Allee wird dort an Stelle der alten Wagenhallen des Hauptdepots von 1899 bis 2008 gesetzt. Dazu kommt nächstes Jahr die Verlängerung der Knielinger Nordtrasse für die Straßenbahnlinie 2.

 

Gleisbau
AUF AUSBAUKURS bleiben die VBK auch in der Oststadt: In der Durlacher Allee entsteht beim alten Depot an der Tullastraße eine barrierefreie Haltestelle. | Foto: jodo

Unverminderter Umbau der Haltestellen

Außerdem geht das große Ausbauprogramm der Haltestellen für die Barrierefreiheit weiter. Deshalb sind aktuell die Durlacher Allee zwischen dem VBK-Gelände und dem Alten Schlachthof sowie die Kriegsstraße am Weinbrennerplatz große Gleisbaustellen. Gleichzeitig werden kräftig neue Bahnen angeschafft.

Ein Tag der Freude

Mit den 120 VBK-Bahnmeistern und ihren Familien feierte die Geschäftsführung den nun abgeschlossenen Umzug vom 50 Jahre alten und engen Werkstatthof an der Gerwigstraße in der Oststadt auf den mit 42 000 Quadratmetern drei Mal so großen ehemaligen Brückenbauhof der Deutschen Bahn. VBK-Geschäftsführer Ascan Egerer sprach von „einem Tag der Freude über ein ganz tolles Ereignis“.

Am Ende einer langen Reise

Christian Höglmeier, Technik-Prokurist bei den VBK, erinnerte an „eine lange Reise“. Immerhin wartete die Belegschaft seit rund 20 Jahren auf die Umsetzung der Ankündigung. Erst wollten die VBK ihre Bahnmeisterei im Rheinhafen neu bauen, doch dann machte die DB den Weg für die Straßenbahner frei. Das alte Gelände, direkt gegenüber vom Ikea-Bauplatz gelegen, ließ sich zudem gut verkaufen.

Die passende Basis

„Wir haben jetzt die passende Basis, um unser Schienennetz in Stand zu halten“, unterstrich Höglmeier. Die Bahnmeisterei ist mit ihren Werkstätten und ihrem Fahrzeugpark in weitgehend neue Gebäude eingezogen. Auch die modernen Personalräume verbessern die Bedingungen für die 120 Angestellten deutlich. Im Vergleich zu den alten Flachbauten mit den Werkbänken für die Gleisschmiertechniker oder die Signalelektroniker sind die Räume der neuen Bahnmeisterei komfortabel.

 135 VBKler sind umgezogen

Im Februar 2017 war mit den Bauarbeiten südlich des DB-Hauptgleises zwischen dem Hauptbahnhof und Durlach begonnen worden. Jetzt ist auch das Herzstück der Anlage fertig: Im Erdgeschoss liegen die Werkstätten, darüber arbeitet die Verwaltung der Baumeisterei. Dazu kommen die Aufenthalts- und Sozialräume für die 135 Angestellten.

Geothermie genutzt

Diesen Neubau haben die VBK auf 54 Bohrpfähle gegründet, was dem Bauprojekt eine ökologische Besonderheit beschert. Mittels der „Energiepfähle“ wird Erdwärme durch das Grundwasser genutzt. Damit werden die Werkstätten und Büros mit oberflächlicher Geothermie geheizt, und Warmwasser wird geliefert.

Zudem wird der für den Betrieb der Geothermie-Anlage benötigte Strom aus Sonnenenergie gewonnen. Mit dieser Energietechnik wollen die VBK die Betriebskosten ihrer Bahnmeisterei um bis zu 50 Prozent senken, wodurch sich die Investition bald rechne.