In einem mächtigen Trog werden Schiffe 44 Meter den Berg hinauf- oder heruntergefahren. Das Schiffshebewerk Saint Louis-Arzviller war für Frachtschiffe konzipiert, heute wird es vor allem von Freizeitbooten benutzt. Foto: Sandbiller

Lösung Teil 3

Schiffshebewerk im Elsass war gesucht

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Das Schiffshebewerk Saint-Louis Arzviller mussten die BNN-Rätselfreunde im dritten Teil des Sommerrätsels erraten. Das imposante Technik-Bauwerk ist im Elsass, in der Nähe von Zabern, zu bestaunen. Leicht war das Rätsel diese Woche nicht unbedingt, aber die meisten der 14 448 Einsender fanden letztlich doch die richtige Antwort. Die BNN haben den Technik-Giganten  besucht:

Munter sprudelt das Flüsschen Zorn in seinem Bett, geschickt windet es sich zwischen den Bäumen und Wiesen im Tal. Nur wenige Meter davon entfernt fließt gemächlich der Rhein-Marne-Kanal, nichts kann ihn in seinem ausbetonierten Graben aus der Ruhe bringen. Unweit der Stadt Zabern ziehen die beiden ungleichen Gewässer ihre Bahn durch ein malerisches Tal der Vogesen. Auf bequemen Wander- oder Radwegen kann man ihrem Verlauf folgen – bis bald nach dem Dorf Lützelburg plötzlich die Hänge etwas zurücktreten, sich ein großes Bassin öffnet und eine eigenartige Scharte den zusammenhängenden Wald an der Talwand durchschneidet. Beim näheren Hinschauen wird das Rätselraten nicht geringer. Eine mächtige Rutsche? Eine fahrbare Badewanne für Riesen? Nein, ein Trog für Schiffe!

Gewaltiges Ingenieursprojekt ging 1969 in Betrieb

Das 1969 in Dienst gestellte Schiffshebewerk nahe Lützelburg fasziniert. Es ist eine gewaltige Ingenieurleistung, mit der das Befahren des Rhein-Marne-Kanals für Frachtschiffe enorm beschleunigt werden konnte. Statt einer gefürchteten Passage über 17 Schleusen, um nach und nach vom Vogesenpass hinab zum Zorntal zu kommen, führt der Kanal nun kühn am Bergrücken entlang und mündet im Schiffsaufzug: Dort können Boote bis zur Größe eines Frachtschiffs in einen Trog gleiten und sich über 44 Meter den Berg hinab- oder hinauffahren lassen.

Nur zwei Elektromotoren reichen im Maschinenraum des Hebewerks aus, um die Schiffe anzuheben – gewaltige Gegengewichte machen es möglich. Foto: Sandbiller

Die Anlage am Ende des Zorntals lockt heute Technikbegeisterte, die sich über die mutige Idee begeistern, einen Wasserlauf so gewaltig wider die Natur umzuleiten. Aber auch Naturliebhaber können ihre Freude finden – das Kanalbauwerk fügt sich in die hügelige Welt der Vogesen recht harmonisch ein. Und die Technik setzt ökonomisch geradezu Maßstäbe, denn um das Ungetüm von der Größe einer Schleuse am Berghang hin- und her zu bewegen, ist kaum Energie notwendig. Zwei Elektromotoren mit Leistungen von je 120 PS reichen zusammen mit dem Gewicht des Wassers aus, um den Trog mit seiner schweren Last in Bewegung zu setzen. Dabei assistieren zwei gewaltige Gegengewichte.

Frachtschiffe verloren bald gegen Lkw

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Rhein-Marne-Kanal in Betrieb genommen. Er verbindet den Rhein bei Straßburg mit der Marne in der Champagne, erlaubte damit den Warentransport zu Wasser vom Osten des Landes bis nach Paris. Hunderte von Schleusen sind nötig, um die Höhen zu überwinden, auch mehrere Tunnels wurden gegraben, um die Topografie der Vogesen für die Schiffe bewältigbar zu machen.
Trotz der beeindruckenden Ausmaße der Anlage bei Lützelburg – über ihr liegt auch ein Hauch Vergänglichkeit. Schon als die Hebeanlage gebaut wurde, zeichneten sich die gewaltigen Veränderungen des Transportwesens ab. Jahrhundertelang hatten Kanäle eine wichtige Rolle gespielt für den Handel in Frankreich. Eigens waren Normgrößen von Frachtschiffen definiert worden, so dass Kanalbauer wie Transportgesellschaften genaue wirtschaftliche Berechnungsgrundlagen hatten. Nun aber verheißen Lastwagen viel flexiblere und schnellere Zustellungen. Stolz hatte man die Transportzeit von Straßburg nach Paris noch mit der Hebeanlage „um einen ganzen Tag verkürzt“ – während ein Lastwagen kaum einen halben Tag für die Strecke benötigt. Bald nach Inbetriebnahme folgte dann auch die ernüchternde Perspektive – wirtschaftlich ist das Frachtwesen auf dem Rhein-Marne-Kanal nicht mehr. Die „Peniche“ genannten Frachtschiffe blieben aus, aber statt ihrer kommen heute Heerscharen kleiner Ausflugs- und Hausboote. Mehr als 10 000 Vergnügungsboote wurden in den vergangenen Jahren den 41 Prozent geneigten Berghang hoch und wieder hinuntergefahren. Hinzu kommen nach wie vor Touristen, die sich die interessante Technik erklären lassen – auf diese Weise ist das Schiffshebewerk von Arzviller noch immer rentabel zu betreiben. Der zweite Trog aber, dessen Anbau geplant war, wird wohl kaum jemals hinzugefügt werden.

Besichtigungen
Öffnungszeiten: Das Schiffshebewerk Saint-Louis Arzviller ist bis 31. Oktober für Führungen geöffnet. Im August von 10 bis 18 Uhr, im September und Oktober 10 bis 17 Uhr.
Dauer der Führung durch die Anlage und den Maschinenraum: 30 Minuten.
Die Führung kann mit Rundfahrten per Boot oder kleiner Bimmelbahn kombiniert werden.
Informationen: www.plan-incline.com und Telefon (00 33) 3 87 25 30 69.
Wanderung
Nach – oder vielleicht besser noch vor der Besichtigung empfiehlt es sich, die alte Kanalroute in Augenschein zu nehmen, die nach dem Bau der Schiffshebeanlage stillgelegt wurde. Per Rad oder zu Fuß kann man sich so ein Stück französischer Kanalgeschichte erschließen. Die ehemalige Schiffspassage zweigt unweit der Hebeanlage ab, der gut gemachte Weg führt am alten Kanal entlang, stellenweise auch darüber hinweg. An einigen Stellen sammelt sich die Feuchtigkeit noch auf dem Kanalbett und lässt üppig Wasserpflanzen gedeihen.
Zu jeder Schleuse gehört ein Haus, das früher von den Schleusenwärtern und ihren Familien bewohnt wurde. Manche zeigen morbiden Charme, andere sind ansprechend erhalten mit blühenden Gärten und liebevollen kleinen Anbauten.

Die Gewinner der Woche:

Das Hotelpaket der Woche mit zwei Übernachtungen für zwei Personen, Frühstück, Abendessen und Thermenbenutzung im Hotel Therme Bad Teinach hat Jürgen Theobald aus Achern gewonnen.
Das Kultur-Ausflugspaket mit zwei Karten für das John-Neumeier-Ballett „Das Lied von der Erde“ am 8. Oktober im Festspielhaus Baden-Baden plus eine Übernachtung für zwei Personen im Suiten-Hotel Batschari mit Frühstück: Isolde Schwarz aus Karlsruhe.
Zwei Komparsenrollen an einem Drehtag für die SWR-Fernsehserie „Die Fallers“: Roswitha Oberacker (Liedolsheim).
Je zwei Plätze für einen exklusiven Vortrag des Buchautors Mario Ludwig Anfang Oktober bei den BNN: Caroline Bohner (Stutensee-Spöck), Gerrit Brendel (Bruchsal), Claudia Freund (Bad Schönborn), Elmar Ganninger (Karlsdorf-Neuthard), Josef Hambsch (Oberhausen-Rheinhausen), Wolfgang Münkel (Oberderdingen-Flehingen), Hildegard Munz (Östringen), Rupert Schmidt (Bretten).
Je ein Familienticket plus Parcours-Mitfahrt im Unimog-Museum Gaggenau: Miriam Baßler (Kappelrodeck), Stefan Gasteiger (Malsch).
Ein Gigaset Schnurlostelefon aus dem BNN-Shop: Wolfgang Stritzelberger (Karlsdorf).
Je zwei Tageskarten für Pfitzenmeier Fitness: Elmar Herzog (Graben-Neudorf), Angelika Kunz (Marxzell).
Zwei VIP-Tickets von Baden Racing für die „Große Woche“ auf der Pferderennbahn Iffezheim am Sonntag, 27. August: Willi Coerdt (Durmersheim).
Je zwei Karten für eine Brauereiführung mit Bierprobe und Vesper an einem September-Samstag in der Brauerei Hoepfner: Alexandra Hahn (Kraichtal), Timo Kämmer (Kämpfelbach), Rudi Retsch (Sasbach), Nadine Royal-Schober (Muggensturm), Thilo Unger (Karlsruhe).
Fünf Karten für den BNN-Familienblock im Wildparkstadion beim KSC -Spiel gegen Würzburg am 14. Oktober: Claudia Fechler (Karlsruhe).
Zwei Karten für „Matthias Jung: Generation Teenietus – Pfeifen ohne Ende?!“ am 7. Oktober in der klag-Bühne Gaggenau: Edgar Kaiser (Karlsruhe).
Fünf Freikarten für das Sea Life Aquarium Speyer: Karin Spatz (Ettlingen).
Je eine Netzmonatskarte des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV): Petra Bräutigam, Nicole Dantrimont (beide Karlsruhe), Marliese Hartmann (Weingarten), Gerd Hertel (Achern), Markus Kraft (Waldbronn).
Je zwei Freikarten für das Kino Forum Rastatt: Gudrun Gropp (Bretten), Robert A. Pfeifer (Karlsruhe).
Vier Eintrittkarten für die Badisch Bühn in Karlsruhe im September: Renate Luft (Ubstadt).
Drei Freikarten und Rutschentickets für den Baumwipfelpfad Bad Wildbad: Andrea Heilmann (Bruchsal).
Zwei Tageskarten für das Thermarium Bad Schönborn: Klaus Scheidel (Forst).
Zwei Tageskarten für das Palmenparadies der Thermen und Badewelt Sinsheim: Sonja Baumgart (Pforzheim).
Je zwei Gutscheine für den Gasometer Pforzheim: Silvia Anderer (Waldbronn), Volker Bingler (Karlsruhe).
Je einen Kriminalroman „Gentlemen-Räuber“ von Marianne Paschkewitz-Kloß (Lauinger Verlag): Verena Adam (Ettlingen), Wolfgang Grande (Gernsbach), Wolfgang Krämer (Pfinztal), Petra Lindner (Pforzheim), Valentin Masino (Durmersheim), Reinhold Müller (Ubstaft-Weiher), Heidi Pfalzgraf (Hambrücken), Bettina Schoch (Rheinmünster), Michael Schorradt (Baden-Baden), Iris Tschukewitsch (Karlsruhe).
Je ein BNN-Wanderbuch „Rhein-Reben-Ruinen“ von Janina Beuscher und ein Buch „Zuhause am Bodensee“ (Emons Verlag): Frank Klär (Forst), Susanne Meinzer (Karlsruhe), Mirjam Scheck (Bühl Weitenung).
Je ein „Badenpaket“ aus dem Silberburg-Verlag mit den Büchern „Badische Bergbibel“ und „Das gibt es nur in Baden“, plus „Quizquartett Baden“: Sabine Galambosch (Ettlingen), Helmut Notheisen (Graben-Neudorf), Peter Sibbus (Durmersheim), Martin Sorn (Ubstadt), Eveline Wörther (Rheinmünster), Julia Zwick (Pfinztal).
Alle Gewinner erhalten ihre Gewinne und nähere Informationen in den nächsten Tagen per Post zugeschickt.

Das BNN Sommerrätsel

Unser BNN-Sommerrätsel läuft dieses Jahr unter dem Motto „Faszination Technik – von Riesen und Winzlingen“, so heißt das Thema unserer beliebten Sommeraktion. Sechs Rätselfolgen haben wir für Sie vorbereitet, unsere Serie führt Sie zu sehr unterschiedlichen Technik-Attraktionen.

Jede Woche verlosen wir attraktive Preise, von Hotelübernachtungen über Treffen mit Prominenten bis hin zu Eintrittskarten für kulturelle Einrichtungen. Die neue Rätselfrage erscheint jeweils montags in den BNN und die Auflösung verraten wir samstags.

Zudem wird am Ende unter allen Einsendungen der Sommerhauptpreis verliehen – eine Mittelmeer-Kreuzfahrt mit dem Kreuzfahrtschiff AIDAperla.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Raten – und viel Glück bei der Verlosung!

Und hier gibt es ein Video vom Sommerrätsel-Hauptpreis: