An welcher Schulart lernen die Kinder am besten? Der Streit über die unterschiedlichen Unterrichtskonzepte ist durch die harte Kritik des Philologenverbandes an den Gemeinschaftsschulen neu entbrannt. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv Grundschule

Klares Bekenntnis der Politik

Nach Lehrer-Kritik: Bürgermeister im Landkreis Karlsruhe machen sich für Gemeinschaftsschulen stark

Anzeige

Mit einem Offenen Brief haben elf Bürgermeister aus dem Landkreis Karlsruhe ihre Solidarität mit den Gemeinschaftsschulen bekundet. Sie reagieren damit auf die öffentliche Kritik des Philologenverbandes an der noch jungen Schulart.

Der Angriff wirke wie eine gezielte „Kampagne“, da derzeit die Informationsveranstaltungen für weiterführende Schulen laufen. Zur Kritik am Pädagogik-Konzept äußern sich die Rathauschefs nicht, doch sie betonen die wichtige Bedeutung der „erfolgreich gestarteten“ Gemeinschaftsschulen.

So schnell einigen sich elf Bürgermeister selten auf eine gemeinsame Unterschriftenaktion: Nur wenige Stunden, nachdem über die harte Kritik des Philologenverbandes (PhV) an den Gemeinschaftsschulen berichtet wurde, übersandten zehn Rathauschefs des Landkreises Karlsruhe eine Solidaritätsbekundung für die Gemeinschaftschulen.

Ende der aktuellen Diskussion gefordert

„Die Gemeinschaftsschulen sind erfolgreich gestartet“, erklären sie in dem Offenen Brief. „Es ist nicht länger akzeptabel, dass Lobbygruppen an einem erfolgreichen Passagierflugzeug während des Fluges die Triebwerke abmontieren möchten, um einen stabilen Flug in Turbulenzen zu stürzen.“

Da ist sehr viel Herzblut
reingeflossen

Eric Bänziger, Bürgermeister von Weingarten

Die Bürgermeister fordern, dass das Land die Gemeinschaftsschulen weiterhin fördert und „die aktuellen Diskussionen sofort beendet werden“. Vielerorts seien Millionenbeträge in die neuen Gemeinschaftsschulen investiert worden. Zudem trügen diese Schulen zur Identitätsstiftung im Dorf bei – und verhinderten, dass Kinder weit zur Schule pendeln müssen.

Mehr zum Thema: Die Gemeinschaftsschulen sind ihren Trägern viel Geld wert

„Wir stehen gerade vor einer 18-Millionen-Investition in unsere Grund- und Gemeinschaftsschule“, betont der Weingartener Bürgermeister Eric Bänziger im BNN-Gespräch. „Wir haben mit der Gemeinschaftsschule genau die Schulform, die zu unserer 10.000-Einwohner-Gemeinde passt. Da ist so viel Herzblut reingeflossen.“  Die Pädagogen vor Ort hätten unheimlich viel Arbeit, auch in ihrer Freizeit, in den Aufbau der Schule gesteckt.

Kritik am Konkurrenzkampf der Lehrerverbände

„Gerade hat sich alles gefestigt“, sagt Bänziger. Es sei schade, dass Lehrerverbände ihre Konkurrenz dermaßen offen austrügen.

Mehr zum Thema: Vorstand der Direktorenvereinigung Nordbaden: „Die Unzufriedenheit hat mit G 8 zu tun“

Unterzeichnet haben den Brief auch Cornelia Petzold-Schick (Bruchsal), Thomas Deuschle (Waghäusel), Martin Büchner (Oberhausen-Rheinhausen), Sarina Pfründer (Sulzfeld), Christian Eheim (Graben-Neudorf), Markus Rupp (Gondelsheim), Ulrich Hintermayer (Kraichtal), Klaus Detlev Huge (Bad Schönborn), Bernd Killinger (Forst) und Thomas Ackermann (Hambrücken).