Ein junges Wildschwein liegt tot auf einer Straße
Die BNN geben Hilfe und Tipps, wie sich Wildunfälle vermeiden lassen - und was Sie tun müssen, falls es doch einmal kracht.  | Foto: Patrick Pleul/Archiv

Tipps und Hilfe

Wildunfall – Was tun?

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Manchmal geht es ganz schnell: Gerade war die Straße noch frei, und dann rennt ein Tier auf die Straße – Wildunfall! Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland jedes Jahr mehr als 200.000 Unfälle mit Wildtieren, die hin und wieder auch für die Menschen schlimm ausgehen. 

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) kommt jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Unfällen ums Leben. Die Zahl der Unfälle mit Wildtieren ist zuletzt immer weiter gestiegen – vor allem mit Wildschweinen gibt es immer wieder gefährliche Crashs.

Wildunfall – was muss ich tun?

Wenn Sie auf der Straße mit einem Wildtier zusammengestoßen haben, müssen Sie diese Regeln beachten:

  • Ruhe bewahren!

  • Warnblinkanlage einschalten und die Unfallstelle sichern

  • Das tote Tier an den Straßenrand schaffen, damit es keine Folgeunfälle gibt. Vorsicht vor Krankheiten: Das Tier nicht mit bloßen Händen anfassen! Wenn es noch lebt, sollten Sie es überhaupt nicht anfassen.

  • Falls das Tier verletzt flieht, verfolgen Sie es nicht. Achten Sie, in welche Richtung das Tier läuft, damit Sie später den Jäger oder Förster informieren können.

  • Polizei (110) anrufen, bei Bedarf auch den Notarzt (112).

Bitte daran denken: Sie dürfen tote Tiere nicht einfach mitnehmen. Wer das tut, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei.

So vermeiden Sie einen Unfall mit Wildtieren:

Wer vorsichtig und vorausschauen fährt, fährt sicherer. Das gilt auch bei Wildunfällen. Wilde Tiere sind vor allem in Wäldern und an Feldrändern unterwegs – und zwar meistens am Abend und am frühen Morgen währen der Dämmerung. Dann gilt: besonders vorsichtig und immer bremsbereit sein, rät der ADAC.

Erwarten Sie nicht, dass die Wildtiere sich logisch verhalten: Wildschweine, Rehe und andere Tiere können die Geschwindigkeit von Autos nicht einschätzen und warten normalerweise auch nicht, bis ein Auto vorbeigefahren ist. Falls Sie ein Tier auf der Straße sehen, schalten Sie das Fernlicht aus. Geblendete Tiere bleiben nämlich stehen. Hupen Sie, um das Tier zu verscheuchen. Achtung: Tiere sind selten alleine unterwegs. Wo ein Reh oder ein Wildschwein steht, sind andere oft in der Nähe.

Sollte ein Zusammenstoß nicht vermeidbar sein, starten Sie keine riskanten Ausweichmanöver. Für Sie selbst und andere Verkehrsteilnehmer sind Ausweichmanöver oft gefährlicher als der Zusammenstoß mit dem Tier, heißt es vom ADAC. Halten Sie stattdessen das Lenkrad gerade und fest und bremsen Sie so stark wie möglich ab.

Grundsätzlich werden Wildschäden von der Teilkaskoversicherung übernommen, informiert der ADAC. Allerdings muss der Fahrer beweisen, dass es sich auch um einen Wildunfall gehandelt hat. Gerade bei Unfällen mit kleineren Tieren wie Hasen ist der Beweis nicht immer ganz einfach. Unfälle mit Wildvögeln werden nicht von allen Versicherungen bezahlt. Nach dem Unfall bekommen Sie von der Polizei oder dem Jagdpächter eine Wildschadensbestätigung, mit der Sie den Unfall nachweisen können.

bnn