MMM: Magdalena Malin aus Meersburg am Bodensee ist derzeitige Badische Weinkönigin. Die 23-Jährige studiert Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn. Ein Weißburgunder aus dem Holzfass gehört zu ihren Favoriten. | Foto: avs

Weinkönigin Magdalena Malin

Lieblich allein reicht nicht

Selbst eine Weinkönigin lässt sich manchmal noch überraschen. Magdalena Malin kam auf ein neues Geschmackserlebnis durch die alte französische Rebsorte Viognier. „Ein sehr reifer Weißwein, der bestens zu Sushi passt“, charakterisiert die Badische Weinkönigin jenen Viognier, den beispielsweise die Weinmanufaktur Gengenbach im Angebot hat. Solche Entdeckungen zu machen und das vorhandene Fachwissen zu vertiefen, gehört zu den angenehmen Nebenwirkungen dieses Amtes auf Zeit.

Gern mit den Prinzessinen unterwegs

Vorigen Sommer wurde Magdalena Malin in Freiburg zur obersten Repräsentantin des Badischen Weins gewählt. Bei 200 Terminen während ihres Amtsjahrs wirbt die 23-Jährige Studentin für die heimischen Tropfen, gern zusammen mit den Weinprinzessinnen Nicole End (Offenburg) und Katharina Dier (Bötzingen). Häufige Alleinvertretung bei Verkostungen und Seminaren gehört dazu.Ein liebliches Lächeln allein genügt durchaus nicht als Qualifikation für eine Weinhoheit.

Reiner Wein und Politik-Gespräch

Wäre nur Charme ohne Kennerschaft vorhanden, könnten die Frau vom Bodensee dem Publikum kaum reinen Wein einschenken. Oder in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin bei der Stallwächterparty mit den Ministern und Abgeordneten über Weinpolitik diskutieren. „Das macht einen schon stolz, in einem Jahr irgendwo hinzukommen und dabei zu sein, wo man sonst nicht dabei wäre und prominente Leute trifft. „Es ist allerdings auch Arbeit, immer neue Weinproben vorzubereiten und Expertisen zu verfassen“, betont Malin. Sie stammt zwar nicht aus einer Winzerfamilie, hat bei ihrem Großonkel aber schon früh in die Branche hineingeschnuppert. So reifte nach Realschule und Gymnasium der Entschluss, ein Studium der Weinbetriebswirtschaft aufzunehmen. „Da kümmert man sich um alles oberhalb des Kellers. Mich interessiert dazu der Ausbau des Weins und die Technik “, erzählt die Meersburgerin.

Weniger Königinnenzeit für die Katzen

Mittlerweile steht sie im siebten Semester und hat fast alle Prüfungen bestanden. Es fehlt nur noch die Abschlussarbeit für den Bachelor-Titel. Ein diszipliniertes Leben war in jenem ersten halben Jahr der Doppelbelastung von der Königin verlangt. Da blieb weniger Zeit für die Katzen Garfield und Whisky, Segeln auf dem Bodensee oder Flötentöne beim Musikverein Daisendorf/Stetten. Bei manchen Repräsentationsreisen zog sie Lernzeit im Hotel einem Shoppingbummel vor.
„Für etwas Skifahren jetzt im Winter möchte ich aber mal frei nehmen“, meint Malin, die nicht nur mit viel Lust auf Begegnungen regiert, sondern auch beim Wein experimentierfreudig ist. „Wenn wir zu Hause in Meersburg kochen, dann probieren wir schon mal einen anderen als den typischen für dieses oder jenes Gericht – und meistens passt es trotzdem.“ Mut zum eigenen Geschmack jenseits der Vorgaben empfiehlt sie allen Genießern. Malin stammt aus einem Anbaugebiet mit viel Müller-Thurgau. Einen Lieblingstropfen hat sie jedoch nicht, nennt immerhin Weißburgunder im Holzfass als einen Favoriten. „Und natürlich bleibe ich neugierig auf alle badischen Weine“.

Aus Meersburg am Bodensee kommt Magdalena Malin, die derzeitige Badische Weinkönigin. Die Tochter einer Zahnarzthelferin und eines Maschinentechnikers kam über das Weingut ihres Großonkels mit dem Weinbau in Berührung. Nach Realschule und Gymnasium entschied sich Malin für das Studium der Weinbetriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn. Parallel zum ersten halben Jahr seit Juni 2016 als Weinhoheit machte sie ihre Abschlussprüfungen. Sie spielt Querflöte in einem Musikverein und mag Segeln und Skifahren.

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