Man nennt ihn "The Boss": Bruce Springsteen muss sich seinen Spitznamen allerdings mit dem WM-Helden Helmut Rahn teilen, der ebenfalls als "Boss" in die Geschichte einging. | Foto: dpa

Der King und der Boss

Beliebte Spitznamen

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Er wurde verspottet und ausgelacht – jetzt hat man ihn zersägt und in Stücke geschnitten: Roms 21 Meter hoher Weihnachtsbaum, für den die Stadt angeblich 50 000 Euro ausgegeben hatte, war rund um die Feiertage zur Lachnummer in der italienischen Hauptstadt geworden. Die kahle Fichte erhielt von den Römern sogar einen Spitznamen: Wenn von „Spelacchio“ („der Gerupfte“ oder „der Räudige“) die Rede war, wusste jeder: Damit ist der armselige Baum gemeint.

Seinen Spitznamen kann man sich nicht aussuchen

Seinen Spitznamen kann man sich nicht aussuchen. Wer irgendwann von seinen Mitschülern „Fruchtzwerg“ genannt wird und diesen Namen nicht mehr los wird, der hat es vermutlich schwerer im Leben als ein „Rambo“, ein „Bonzo“ oder ein „Zorro“.

Der „King“ und der „Boss“

Endgültig geschafft hat man es allerdings erst, wenn man so berühmt ist, dass alleine die Erwähnung des Spitznamens ein „Aah“ oder „Ooh“ hervorruft. Wenn vom „King“, vom „Godfather Of Soul“ oder von „Ol’ Blue Eyes“ die Rede ist, weiß jeder sofort, dass es hier um Elvis, James Brown und Frank Sinatra geht. Komplizierter wird es, wenn Spitznamen doppelt vergeben werden. „The Boss“ ist die liebevolle Bezeichnung für Bruce Springsteen, „der Boss“ jedoch war natürlich unser WM-Held Helmut Rahn.

„Kaiser“ und „Katsche“

Bei Fußballern scheinen Spitznamen übrigens besonders beliebt zu sein. Man denke nur an die Bayern-Legenden „Kaiser“, „Katsche“ oder „Auge“ oder an Originale wie „Ente“ Lippens, „Tanne“ Fichtel, „Poldi“ und „Schweini“.

Merkel ist die „Mutti“

Auch bekannte Politiker bekommen früher oder später einen Spitznamen verpasst. So ist Bundeskanzlerin Angela Merkel seit vielen Jahren als „Mutti“ bekannt – und das, obwohl sie gar keine Kinder hat. Der Name scheint ihr aber recht gut zu gefallen und es sieht auch nicht aus, als habe er an ihrem Image gekratzt – eher im Gegenteil.

„Die rote Heidi“

Gerhard Schröder hatte wegen seiner Vorliebe für teure Anzüge schnell den Spitznamen „Brioni-Kanzler“ weg, Helmut Kohl konnte den spöttischen Beinamen „Birne“ nie mehr ablegen und die SPD-Politikerin Heidemarie Wieczorek-Zeul wird ihrer Ansichten und modischen Vorlieben wegen seit Urzeiten nur „die rote Heidi“ genannt.

„Der Gerupfte“ wird zum Häuschen

Doch blicken wir noch einmal zurück nach Rom: Dort will man jetzt aus dem Holz von „Spelacchio“ ein Schutzhäuschen für Mütter und Babys bauen. So bleibt „der Gerupfte“ letztlich doch noch in guter Erinnerung.