Passwörter – bloß nicht immer dieselben benutzen! | Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Aufgefallen

Dann doch lieber Passwörter und PIN-Codes

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Waren das noch Zeiten, als man nur an die Schlüssel denken musste. Heute wird das Gedächtnis ganz anders gefordert. PIN-Codes und Passwörter öffnen den Zugang zur digitalen Welt und schützen unsere Daten sowie unser Geld vor unerlaubten Zugriffen. Aber lästig sind Passwörter schon. Für jeden Dienst soll man sich ein neues ausdenken – und jedes soll lang und möglichst komplex sein. Den Namen der Hauskatze knacken Gauner nämlich so leicht wie das Geburtsdatum von Mick Jagger. Wer auf der sicheren Seite stehen will, wählt kryptische Zeichenfolgen. Nur kann man sich die schlecht merken. Schon gar nicht in Serie. Doch die Zugangscodes auf Zetteln zu notieren oder sie unverschlüsselt auf dem PC abzulegen, ist keine gute Idee.

Wie bekommt man die Passwörter in den Griff?

Kürzlich unterhielt sich darüber ein Kreis von Leuten, die noch in analogen Zeiten aufgewachsen sind. Alle wussten die Annehmlichkeiten von Online-Diensten zu schätzen. Und alle waren sehr auf die Sicherheit ihrer Daten bedacht. Aber auch irgendwie verunsichert. Man hört ja so oft von Cyber-Kriminellen, von Phishing-Versuchen und Erpressungssoftware. Klar will man auf Nummer sicher gehen. Aber wie bekommt man das Problem mit den vielen Buchstaben-Zahlen-Sonderzeichen-Kombinationen in den Griff?

Vom Passwort-Manager bis zur Zwei-Faktor-Authentifizierung

Ein älterer Herr erzählte, dass er sich informiert habe. Auf einer seriösen Seite natürlich. Und zwar beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Er kämpfte sich im Bereich „BSI für Bürger“ von den Tipps zum Generieren sicherer Passwörter über den Passwort-Manager bis zur Zwei-Faktor-Authentifizierung durch. Dabei wurde dem armen Mann so schummrig, dass er sich beim Arzt anmelden wollte. Nur hatte er leider sein Passwort für die elektronische Terminvergabe vergessen. Ein anderer tröstete ihn: Demnächst werde sich ohnehin alle Welt nur noch per Fingerabdruck ausweisen. Und den Finger hat man immer dabei. Er selbst nutze die Funktion bereits bei seinem Smartphone. Ein toller Komfort, endlich Schluss mit der PIN-Tipperei …

Ohne technisches Wissen das Smartphone geknackt

Komfortabel ja, aber sicher? Ein Fingerabdruck-Sensor lässt sich auch ohne großes technisches Wissen austricksen, wie ein Bericht in einer indischen Zeitung zeigte: In einem Flugzeug, das von Katar nach Bali unterwegs war, wartete eine Ehefrau einfach, bis ihr Mann einnickte. Sie drückte dann den Finger des Schlummernden auf den Sensor seines Smartphones. Das Material, das sie im entsperrten Telefon entdeckte, war wohl eindeutig: Für den Mann gab es ein unsanftes Erwachen. Der Ehestreit eskalierte dermaßen, dass die Maschine außerplanmäßig in Indien landete, wo das Paar an die Luft gesetzt wurde. Ob die beiden sich wieder ausgesöhnt haben, ist nicht überliefert. Aber sicherlich ist der Mann reumütig zum PIN-Code zurückgekehrt.