Vor 200 Jahren wurde das Fahrrad erfunden. Für viele Menschen - vor allem in Städten - ist es heute das einzige Fortbewegungsmittel. | Foto: dpa

Viele brauchen gar kein Auto

200 Jahre Fahrrad

BNN-Redakteurin Isabel Steppeler besaß noch nie ein Auto. „Ich wohne seit 20 Jahren in Karlsruhe, hier braucht man keines“, sagt sie. Jeden Tag fährt sie – auch bei Schnee oder Regen – mit dem Fahrrad aus der Innenstadt in die Redaktion nach Neureut. Sechs Kilometer hin und sechs Kilometer zurück. „Und wenn ich doch mal Auto fahren möchte, hole ich mir eines bei Stadtmobil“, sagt sie. Das Fahrrad ist für sie eine Selbstverständlichkeit, genauso wie für viele andere BNN-Kollegen.

„Ein Auto? Vermisse ich nicht“

„Ein Auto? Vermisse ich nicht“, sagen auch Kulturredakteur Andreas Jüttner, sein Sport-Kollege Gerhard Wolff und viele weitere Angestellte der BNN, die zum Teil sogar aus Kleinsteinbach mit dem Fahrrad nach Neureut anreisen – nahezu täglich.

„Das Fahrrad ist in der Form optimal“

Das Fahrrad – vor 200 Jahren von Karl Freiherr von Drais aus Karlsruhe in Mannheim erfunden – ist „genial und in der Form optimal“, sagt Thomas Kosche, der Kurator der Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre“ im Mannheimer Technoseum. Auch er schwingt sich täglich auf dem Weg zur Arbeit aufs Rad – auf 16 Kilometer kommt er an einem normalen Arbeitstag.

Radler werden selten fett

Das Fahrrad sei, so Kosche, „die Antwort auf eine Vielzahl von Problemen der Vergangenheit und Zukunft.“ Es ist CO²-neutral, es braucht keinen Sprit, Radeln wirkt dem Bewegungsmangel entgegen und verhindert Fettleibigkeit. Nicht zufällig sind „Dauerradfahrer“ meist sportlich schlank. Kosche ist sogar überzeugt davon, dass eine längere Fahrradfahrt bei Stress oder Reizüberflutung „jedes Wellnessangebot ersetzt“.

Am Anfang war die Laufmaschine

Mit der „Laufmaschine“, die Karl Freiherr von Drais am 12. Juni 1817 bei seiner ersten Ausfahrt über immerhin 14 Kilometer testete, hat das heutige Fahrrad nicht mehr allzu viel gemein. Dennoch hat das Fahrrad schon vor etwa 120 Jahren seine bis heute gültige Grundform gefunden, auch wenn es sich in Aufbau und Material selbstverständlich immer modifizieren oder verbessern lässt.

In den 50ern fuhr man lieber Auto

Dass das Fahrrad heute wieder so „in“ ist, war in den 50er und frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht unbedingt abzusehen. Damals stieg jeder, der es sich leisten konnte, auf vier Räder um. Das Zweirad war nur noch das Fahrzeug von mittellosen Menschen, von Kindern oder von einkaufenden Hausfrauen, deren Männer mit dem Auto zur Arbeit gefahren waren.

Ölkrise machte Radeln populär

Erst nach der Ölkrise 1973 wuchsen Gesundheits- und Umweltbewusstsein wieder. Radfahren wurde wieder populär und in den 80er Jahren gar zu einer Art Weltanschauung, denn vor allem jüngere und an ökologischen Fragen interessierte Menschen zogen das umweltfreundliche Fahrrad dem stinkenden Auto vor. „Das Fahrrad wird auch dann noch ein wichtiges Fortbewegungsmittel sein, wenn das Auto mit Verbrennungsmotor längst ausgedient hat“, sagte Thomas Kosche, Projektleiter der Ausstellung, bei der Präsentation der Ausstellung in Mannheim.

 

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