Top-Torjägerin: Auf Simone Falk (links) können die Handballerinnen von Oberliga-Aufsteiger SG Steinbach/Kappelwindeck bauen. Überhaupt spielt der Klassenneuling bisher eine starke Runde. | Foto: SG/Harro Hornung

Handball: Oberliga Frauen

Aufsteiger SG Steinbach/Kappelwindeck stark

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Den Aufstieg zu schaffen, war eine Sache. Im neuen Metier Fuß zu fassen, ist eine andere. „Wir sind in die Runde gestartet und wollten erst einmal nur sehen, ob die Mannschaft stark genug ist, in der Oberliga zu bestehen“, verdeutlicht Arnold Manz, Sportlicher Leiter bei den Handball-Damen der SG Steinbach/Kappelwindeck. „Mit Carla Schmitt (zurück zum Drittligisten TSV Kandel; d. Red.) fehlte eine Leistungsträgerin. Zwei, drei Spielerinnen konnten unter der Woche nicht trainieren. Und Sara Hildebrand zog sich wenige Tage vor dem Rundenstart einen Kreuzbandriss zu. Niemand wusste, wie es laufen würde“, blickt Manz auf die Zeit vor der Premierenpartie der SG Steinbach/Kappelwindeck in der Frauen-Oberliga Baden-Württemberg zurück.

SG-Sportleiter Manz: Das war eine super Vorrunde

Nach dem 27:22-Auswärtssieg im Derby bei der TS Ottersweier ließ die SG Steinbach/Kappelwindeck mit einem 23:23 gegen den – bisher ungeschlagenen – Spitzenreiter TuS Metzingen II aufhorchen. Und jeglicher Zweifel war alsbald im Keim erstickt. „Es hat sich schnell herauskristallisiert, dass wir da mitspielen können“, betont Arnold Manz.

Aufsteigerin des Jahres bei der SG Steinbach/Kappelwindeck: Celine Baier (links), die aus bad rotenfels kam, war auf Anhieb ein Gewinn.
Aufsteigerin des Jahres bei der SG Steinbach/Kappelwindeck: Celine Baier (links), die aus Bad Rotenfels kam, war auf Anhieb ein Gewinn. | Foto: Harro Hornung

Die Freude über den bisherigen Saisonverlauf ist deutlich heraus zu hören. „Ich bin unglaublich zufrieden“, sagt Manz. „Das war eine super Vorrunde.“ Die beendeten die Handball-Damen der SG Steinbach/Kappelwindecks als starke Fünfte in Baden-Württembergs höchster Spielklasse. Auf Schlagdistanz zu Rang drei und vier. Aber schon mit einem kleinen Punktepolster zu Tabellenplatz sechs.

SG Steinbach/Kappelwindeck: Schnell in der Oberliga angekommen

Dass die SG Steinbach/Kappelwindeck im neuen Metier angekommen ist, zeigte sich erst unlängst wieder; trotz einer Niederlage. Vom Auftritt bei den Überfliegerinnen der Liga in Metzingen (27:30) brachten die Rebländerinnen zwar keine Punkte, dafür aber weiter gesteigertes Selbstvertrauen mit. Denn die mit fünf Spielerinnen aus ihrem Bundesliga-Kader verstärkten Gastgeberinnen mussten sich schon gehörig strecken, um letztlich als knapper Sieger einer hochklassigen Partie das Parkett zu verlassen.

Die Mannschaft ist gewachsen. Sie ist gereift, was Tempo oder Härte anbelangt

„Gerade in dieser Begegnung hat man gesehen: die Mannschaft ist gewachsen. Sie ist gereift, was Tempo oder Härte anbelangt“, sagt Arnold Manz. „Der Aufstieg in die Oberliga war wichtig, damit unsere jungen Spielerinnen eine Plattform haben, und dass sie nicht wechseln zu müssen.“ Im weiblichen Jugendbereich gehört die Spielgemeinschaft aus Steinbach und Kappelwindeck schon seit Jahren mit zum Besten im Südwesten. 2013 hatten es die B-Mädchen bis zur deutschen Vizemeisterschaft gebracht.

SG baut auf ihre Jugendspielerinnen

„Die guten Jugendmannschaften sind auch so etwas wie unsere Rückversicherung“, erklärt Manz, der zugleich Auswahltrainer beim Südbadischen Handballverband (SHV) ist. „Wir haben bei der SG keine finanzielle Ressourcen. Wir müssen mit dem prahlen, was wir haben: mit unseren starken Nachwuchsspielerinnen.“ Zum Beispiel Stephanie Elies und Laetitia Quist. „Beide sind blutjung, beide übernehmen bereits in der Frauen-Oberliga Verantwortung“, verteilt der SG-Sportleiter Lob.

Trainer Kevin Bauer ein „echter Glücksgriff“

Trainer Kevin Bauer, erst 26, sei ebenfalls „ein echter Glücksgriff für uns, auch menschlich“, betont Arnold Manz. Noch entlaste er den Übungsleiter, der von der SG Freudenstadt/Baiersbronn gekommen ist, hier und da. „Aber“, so Manz, „ich werde mich nach und nach zurückziehen.“

Jubel bei der SG Steinbach/Kappelwindeck: Die Rebländerinnen bereiteten Trainer Kevin Bauer (links) und Sportleiter Arnold Manz (rechts) bisher viel Freude.
Jubel bei der SG Steinbach/Kappelwindeck: Die Rebländerinnen bereiteten Trainer Kevin Bauer (links) und Sportleiter Arnold Manz (rechts) bisher viel Freude. | Foto: Harro Hornung

Nach der Partie bei Spitzenreiter TuS Metzingen II war Klassenneuling SG Steinbach/Kappelwindeck spielfrei. Gelegenheit also, vor dem heutigen Heimauftritt (Sonntag, 5. Februar 2017) gegen den Tabellenzwölften VfL Pfullingen (15 Uhr, Sportschule Steinbach) die Akkus aufzuladen.

Schon Planungen für nächste Saison

„Wenn wir uns unter den Top fünf halten können, wäre das sensationell“, meint Arnold Manz, räumt aber ein: „Es wird kein Zuckerschlecken“. Das Wort „Abstiegsgefahr“ ist allerdings längst aus dem SG-Vokabular verbannt. „Soviel Selbstbewusstsein haben wir“, sagt er. Die weitere Marschroute laute nun „stabilisieren“ und „planen für 2018“. Arnold Manz: „Wir haben bereits mit allen Spielerinnen gesprochen. Nur noch zwei Positionen sind vakant.“ Es sieht also gut aus bei den Rebländerinnen. In der laufenden Saison. Und darüber hinaus.