Hunde oder Katzen haben hier nichts zu suchen: Die JVA Bruchsal von innen. | Foto: dpa

Wir müssen draußen bleiben…

Haustiere im Strafvollzug

In der Berliner Justizvollzugsanstalt in Tegel herrscht Katerstimmung – im wahrsten Sinne des Wortes. In der Sicherungsverwahrung, in der normalerweise keine Haustiere erlaubt sind, leben neben den besonders gefährlichen Straftätern seit einiger Zeit auch ein paar Katzen. Ihre Aufgabe besteht zum einen darin, Mäuse, die sich aus dem Tegeler Forst hinter die Gefängnismauern verirrt haben, zu jagen. Ganz nebenbei verwandeln sie aber auch den einen oder anderen Insassen. „Die Katzen haben etwas im Wesen, was Menschen oft nicht zeigen können. Wärme. Freundlichkeit. Liebe“, sagt einer der Insassen. Jeden Tag kümmert er sich als „Katzenbeauftragter“ um Futter und Katzenklo und freut sich, dass er bei den Katzen etwas findet, was ihm sonst eher fremd ist: Nähe.

„Tiere im Strafvollzug“

„Tiere in Strafanstalten, das klingt auf den ersten Blick nach Luxus“, sagt die Psychologin Lily Merklin von der Universität Freiburg, die sich in ihrer Doktorarbeit mit dem Thema „Tiere im Strafvollzug“ befasst hat. Doch das sei falsch, denn Tiere könnten den Gefangenen durchaus bei der Resozialisierung helfen. In Basel beispielsweise kümmern sich Inhaftierte um drei Alpakas. Die Tiere werden von ihnen gefüttert und gepflegt. Und die Häftlinge lernen, Verantwortung zu übernehmen, für Hygiene zu sorgen und pünktlich zu sein.

Haustiere müssen leider draußen bleiben

Dennoch ist es nach wie vor nicht erlaubt, sein eigenes Haustier mit ins Gefängnis zu bringen. Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal teilte auf Anfrage allerdings mit, das sich Inhaftierte nach gewisser Zeit und unter gewissen Umständen einen Vogel bestellen könnten, der dann mit ihnen die Zelle teilt. In der JVA Karlsruhe, wo ausschließlich Untersuchungshäftlinge untergebracht sind, wird dieser Service nicht angeboten. Aber natürlich kümmert sich der Sozialdienst der Haftanstalt um ein Haustier, wenn dessen Herrchen oder Frauchen ins Gefängnis muss.

Polizei rettete die Kaninchen

Im saarländischen Bexbach rückte kürzlich ein 26-Jähriger in die JVA ein, und zwar so überraschend, dass er keine Zeit mehr hatte, seine 33 Kaninchen irgendwo unterzubringen. Eine Richterin bat die Polizei, sich um die possierlichen Kleintiere zu kümmern. Die Langohren wurden in einem Stall und in der Wohnung des 26-Jährigen eingefangen und in ein Tierheim gebracht. Dort warten sie jetzt vermutlich voller Sehnsucht darauf, dass der „Untersuchungs-Knacki“ schnell entlassen wird und sich wieder um sie kümmern kann.

 

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