Seit 1999 ist der gebürtige Bad Kreuznacher in Karlsruhe zuhause - mit Web.de hat er hier Internetgeschichte geschrieben, im Cyberforum arbeitet er als Vorstandsvorsitzender an der Zukunft. | Foto: Hornberger

Matthias Hornberger im Porträt

Kommunikator für Karlsruhe

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„Alles vor Ort, was man braucht“ – Matthias Hornberger mag seine Nachbarschaft, mag die Ecke Karlsruhes, in der mit seiner Frau lebt. Seit knapp 20 Jahren nennt er Hohenwettersbach sein Zuhause. Hier hat er sich mit seiner Frau nach seinem Wechsel aus Köln niedergelassen, hier sind die beiden Söhne groß geworden. „Meine Frau kommt aus Stuttgart, ich aus Bad Kreuznach. Karlsruhe liegt für uns also ziemlich in der Mitte. Hierauf konnten wir uns einigen“, scherzt er.

Vom Höhenstadtteil aus geht es täglich mit dem flinken Elektroroller hinab nach Durlach, wo Hornberger beim Investmentexperten Kizoo als Geschäftsführer tätig ist. Im Gebäude der ehemaligen Pfaff/Gritzner-Werke wurden Nähmaschinen gefertigt. Unter den hohen Decken des alten Industriebaus, gestützt von massiven und grob geschmiedeten Metallsäulen, arbeiten er und seine Kollegen. Die Stimmung liegt heute zwischen Loft und Büro.

Hornberger erzählt von seinem Werdegang und ein bisschen klingt der Hunsrücker Dialekt durch – eine Spur Saarland, ein wenig Pfalz. „Abitur habe ich Bad Kreuznach gemacht, studiert in Mannheim und Toronto und meine erste Stelle war in Frankfurt. Dann ging es nach Köln.“

Als er 1999 nach Karlsruhe kam, erlebte er einen kleinen Kulturschock: „Ich erinnere mich, als ich als kaufmännischer Vorstand von Web.de hier begann. Für mich, den Investmentexperten der renommierten Privatbank Sa. Oppenheimer aus Köln, hatte das Pfaff-Areal hier den Charme einer Industriebrache.“ Doch Hornberger war Teil des sich einstellenden Erfolgs. „Web.de wurde zum führenden Internetportal Deutschlands, trotz der platzenden Dotcom-Blase“, blickt er zurück.

Die aufreibenden Zeiten von damals hat der Familienvater hinter sich gelassen. Hornberger ist zufrieden mit der Arbeit, die immer noch im alten Industriebau stattfindet.

Aber Ausgleich findet er in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorsitzender des Hightech-Unternehmer-Netzwerks Cyberforum. „Für mich ist das Freizeit“, erklärt er gelassen. Hornberger sieht sich im Dienst für die Sache, er ist für den Standort Karlsruhe Kommunikator und Botschafter. „Ich bin eigentlich immer online, ständig erreichbar. Es gibt keine Zeit, in der ich bewusst das Smartphone weglege“, so der 58-Jährige. Außerdem: „Im Cyberforum kann ich der Gesellschaft und der IT-Branche etwas zurückgeben.“

Wenn er in seiner freien Zeit nicht für das Cyberforum tätig ist, findet man den gebürtigen Bad Kreuznacher auf dem Tennisplatz in Hohenwettersbach oder beim SSC. „Auf dem Platz entwickelt man diesen Ehrgeiz, der ältere Männer kennzeichnet. Man möchte es sich eben noch beweisen, obwohl die Bewegungen langsamer werden“, sagt er.

Hornberger ist in Karlsruhe zuhause, den Kontakt in seine alte Heimat Bad Kreuznach hat er nie verloren. „Ich halte Kontakt zu Schulkameraden, organisiere Abiturstreffen und besuche regelmäßig meinen Vater.“ Der veröffentlicht mit 87 wöchentlich in herrlicher Mundart Glossen im Bad Kreuznacher Anzeiger. Der „Hombes“ hat in seinem Sohn einen der treuesten Leser.

 

Zur Person

Matthias Hornberger ist Jahrgang 1960 und wurde in Bad Kreuznach im Hunsrück geboren. Dort machte er auch sein Abitur, bevor er nach Mannheim ging, um Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Dort ist es auch, wo er seine Frau kennen lernte, mit der er noch heute verheiratet ist. Die beiden haben zwei Söhne und wohnen in Hohenwettersbach. Hornberger war Finanzvorstand des Internetportals web.de, bevor es an 1&1 verkauft wurde. Heute ist der bei der Investfirma Kizoo und Vorsitzender des Cyberforums.