Denken Sie bloß nicht an den Stress, den Sie morgen im Büro haben werden – das stresst noch mehr.
Denken Sie bloß nicht an den Stress, den Sie morgen im Büro haben werden – sonst sind Sie heute schon fix und fertig. | Foto: ©Tierney - stock.adobe.com

Aufgefallen

Stress – noch fieser als bisher gedacht

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Alle Welt hat Stress. Derzeit leiden sogar Bäume und Fische darunter. Die einen, weil sie zu wenig Wasser bekommen („Trockenstress“), die anderen, weil ihnen im gar nicht mehr kühlen Nass zu heiß wird. Auch viele Menschen fühlen sich durch die aktuellen Temperaturen gestresst. Vor allem, wenn sie (noch) nicht fernab der Heimat die Seele baumeln lassen können.

Es ist ja so viel zu erledigen…

So ist es halt: Viele Kollegen haben sich in den Urlaub verabschiedet – und man muss ihre Arbeit miterledigen. Und fängt sich womöglich noch von seinem unter Erfolgsdruck stehenden Chef einen Anpfiff ein, weil man einen übelgelaunten Anrufer (vermutlich hitzegestresst!) nicht so verbindlich angeflötet hat, wie es die Firmenphilosophie vorschreibt. Die Unterlagen sollen vor dem eigenen Urlaub auch noch fertig sein. Man muss sie irgendwie einschieben zwischen Arzttermin und Abteilungstreffen, auch wenn der Babysitter gerade sommergrippebedingt seine Unterstützung aufgekündigt hat …

Stress vermeiden?

Stress ist fies. Stress macht fertig. Manche Leute behaupten ja, man könne ihn vermeiden, indem man sich auf schwierige Situationen vorbereitet. Doch das ist ein Trugschluss, wie ein Foscher-Duo aus Heidelberg und den USA jetzt festgestellt hat. Denn schon die böse Vorahnung stresst – nicht weniger, als die befürchtete Situation selbst. Der Stress ist noch fieser als bislang gedacht.

Böse Vorahnungen

Wie die Zeitschrift „Psychologie Heute“ berichtete, ließen die Wissenschaftler 175 Versuchspersonen eine Woche lang ihre Stimmung zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufschreiben. Mal berichteten die Leute von einer Stresssituation, die sie gerade hinter sich hatten, mal stand ein solches Ereignis bevor.

Das Ergebnis: Allein schon die Aussicht  auf Stress vermiest Menschen die Laune. Und selbst wenn es nachher doch nicht so stressig wird, wie erwartet – die Stimmung ist futsch. Die Forscher vermuten, dass dies mit Grübeleien verknüpft sein könnte. Sobald die Gedanken um einen womöglich stressigen Moment zu kreisen beginnen, sinkt das Wohlbefinden.

Was also tun?

Welchen praktischen Nutzen aber haben derartige wissenschaftliche Erkenntnisse für urlaubsreife Zeitgenossen vor der Abreise? Es ist schließlich nicht so einfach, jeden Gedanken an überfüllte Züge, überfüllte Flughäfen und überfüllte Autobahnen aus dem Hirn zu verbannen. Eines aber kann man vermeiden: eheliche Diskussionen darüber, ob es strategisch sinnvoller ist, sich in den Morgenstau oder in den Nachmittagsstau einzureihen. Dann erspart man sich zumindest Stress mit dem Partner.