Tennisball auf Tennisplatz
Viele Tennis- und auch Fußballspieler sind abergläubisch. | Foto: ©Mikael Damkier - stock.adobe.com

Von Kleidern bis zu Bärten

Aberglaube und Sport: Rituale und Marotten, die beflügeln sollen

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„Der Glaube versetzt Berge“, so oder so ähnlich lassen sich Glücksbringer und Rituale erklären. Auch im Sport tauchen diese immer wieder auf. Sie geben Athleten oder Fans Sicherheit und Hoffnung. So verließ der ehemalige Nationalspieler Bastian Schweinsteiger beispielsweise während seiner aktiven Zeit immer als letzter den Bus und betrat auch als letzter den Platz.

Oder Christiano Ronaldo: Der portugiesische Fußballstar schwört darauf, seine Stutzen bis übers Knie zu ziehen. Wieder andere Spieler rasieren sich nicht mehr während einer anhaltenden Siegesserie oder tragen wie der kroatische Trainer Slaven Bilic während dieser Zeit eine Mütze.

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Rituale bei Trainingsmontur und Trinken

Auch in der Region gibt es Hobbysportler mit Ritualen: Nicolai Sicko aus Ubstadt-Weiher ist beim Tennisspielen abergläubisch. „Ich gehe nur mit Klamotten einer Marke auf den Tennisplatz, dann aber in Vollmontur“, sagt Sicko. Deswegen ist sein Sportkleiderschrank ordentlich sortiert nach Outfits von Marken wie Nike, Wilson, Under Armour und Bidi Badu, „Das Ganze ist natürlich farblich abgestimmt“, erklärt der Tennisspieler. Auch die Getränke sind bei seinen Matches immer annähernd gleich: In seiner Tennistasche befinden sich eine Flasche Mineralwasser, eine Flasche mit einem isotonischen Getränk sowie eine Flasche Mineralwasser mit Sauerstoff.

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Gleiche Socken und Unterhosen ein Muss

Der Pfinztaler Wolfgang Michelberger hat in den 1970er Jahren mit dem ATSV Kleinsteinbach in der zweiten Amateurliga Fußball gespielt. Er erinnert sich an einen Mitspieler im rechten defensiven Mittelfeld, der die Marotte hatte, bei jedem Pflichtspiel die gleichen Socken und die gleiche Unterhose zu tragen. „Das war eine bunte, teilweise eingerissene Badeshorts“, sagt Michelberger. Eines Tages hatte die Frau des Mitspielers die Shorts genäht. Das gefiel dem Fußballer nicht. Was machte er? Er zerriss die mühevoll genähte Hose noch vor dem Spiel in der Kabine, um den alten Zustand wiederherzustellen. Bei seinen Fußballkameraden löste er mit dieser Aktion ein Gelächter aus.

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Und wie sehen das die Wissenschaftler? Einige Sportpsychologen schätzen Aberglauben als förderlich ein. Er beruhige die Nerven. „Durch die Rituale könnten Sportler ihre Emotionen besser im Griff behalten“, sagt beispielsweise Gregg Steinberg, der an der Austin Peay State University zu diesem Thema forscht.