Spieler des Hamburger SV
Die Hamburger Matti Steinmann (l-r), Nicolai Müller und Julian Pollersbeck scheinen fassungslos nach Spielende in Frankfurt. | Foto: A. Dedert

33. Spieltag

Abstiegsfinale als Bundesliga-Schlussakt – Kampf um Europa

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Berlin (dpa) – Die Fußball-Bundesliga erlebt am letzten Spieltag ein Abstiegsfinale als Fernduell zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg. Für den HSV sind die Chancen, den erstmaligen Absturz in die 2. Liga noch zu vermeiden, nach dem 0:3 in Frankfurt allerdings dramatisch gesunken.

Spannung zieht die Liga vor dem Saisonabschluss auch aus dem Rennen um die letzten Plätze im Europapokal.

WUNDERGLAUBE: Noch läuft die Bundesliga-Uhr des HSV. Doch bei weiter zwei Punkten Rückstand auf den VfL Wolfsburg brauchen die Hamburger am kommenden Samstag schon ein kleines Fußball-Wunder, um den erstmaligen Abstieg zu verhindern. Den Norddeutschen hilft nur ein Sieg gegen Borussia Mönchengladbach bei gleichzeitiger Schützenhilfe der abgestiegenen Kölner in Wolfsburg. «Wir wissen, dass im Fußball viel möglich ist. Alle glauben noch daran», versicherte HSV-Trainer Christian Titz.

ZITTERPARTIEN: Den taumelnden Wolfsburgern blieb trotz der 1:4-Abfuhr in Leipzig das Schlimmste erspart. Die Niedersachsen sind weiter auf dem Relegationsplatz und könnten sich mit einem Sieg gegen Köln sogar direkt retten, wenn Freiburg gegen Augsburg verliert. Es wird das große Zittern für den VfL und den SC. «Wir müssen an einem Strang ziehen, es geht um den Verein», bat Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia die wütenden Fans. «Alle Kräfte bündeln», mahnte auch Freiburgs Coach Christian Streich.

RETTUNGSKRÄFTE: Dass die Mainzer schon am vorletzten Spieltag alle Sorgen los sind, hatte wohl noch vor Kurzem kaum jemand erwartet. Umso größer war nach dem 2:1-Coup in Dortmund die Freude beim FSV: «Es ist ein unbeschreibliches Gefühl», schwärmte Trainer Sandro Schwarz. Trotz vieler Rückschläge und miserabler Partien hatte der FSV am eher blassen Coach festgehalten, diese Geduld wurde nun mit einem starken Endspurt belohnt.

VIZEMEISTER: Domenico Tedesco wirkte ziemlich ergriffen. Mit dem 2:1 in Augsburg sicherten sich seine Schalker vorzeitig Platz zwei und die Champions-League-Qualifikation. «Wir sind sehr stolz, dass wir die Schalker Familie glücklich machen können», sagte Trainer Tedesco, der die Königsblauen nach unruhigen Zeiten wieder zurück in die Bundesliga-Spitze und nach Europa geführt hat.

FLEISCHTÖPFE: Aus vier mach zwei heißt es kommende Woche beim Rennen um die Champions-League-Plätze. Coach Peter Stöger muss nach der Blamage gegen Mainz mit Dortmund bis zum Schluss um den Einzug in die Königsklasse bangen, im Duell mit dem Tabellenvierten aus Hoffenheim könnte es nochmal eng werden. Auch der Fünfte aus Leverkusen und der Sechste aus Leipzig sind noch im Geschäft um das Millionenspiel. «Eine Schlacht müssen wir noch schlagen, mal sehen, mit was wir uns belohnen werden», gab RB-Trainer Ralph Hasenhüttl das Motto vor. Dahinter drängeln sich Frankfurt, Stuttgart und Mönchengladbach im Kampf um einen Start in der Europa League.