Ob Moritz Seider in der kommenden Saison noch bei den Adlern bleibt ist nicht sicher. Der Verteidiger ist aktuell im Trainingscamp des NHL-Clubs Detroid Red Wings. | Foto: Imago Images

CHL-Auftakt in Wien am Freitag

Umbruch, neuer Kapitän und offene Personalfragen: Adler Mannheim starten in die Saison

Anzeige

 Vor dem DEL-Start in zwei Wochen gehen die Adler Mannheim zunächst auf Auslandsreise. In der Champions Hockey League geht es für die Adler am Freitagabend nach Wien. Im Gepäck habe die Adler auch einige offene Fragen. Denn: Die Verpflichtung von Deutschlands Toptalenten birgt auch Nachteile.

Jan-Axel Alavaara spricht von einem „Weckruf.“ Der Sportmanager der Adler Mannheim versucht, positive Lehren aus der 1:4-Pleite gegen Sparta Prag zu ziehen. Die verkorkste Generalprobe und der Fünf-Minuten-Totalausfall mit drei Gegentoren gegen den EHC Biel (5:4-Sieg, Anm. d. Red.) trüben die Laune der Adler vor dem Auftakt in der Champions Hockey League (CHL) am Freitag in Wien. „Die ersten fünf Minuten gegen Biel waren nicht gut. Auch beim Spiel gegen Prag haben wir keine gute Leistung gezeigt“, bemängelt Alavaara.

Positive Testspielbilanz der Adler

Der Schwede sieht den amtierenden deutschen Eishockey-Meister nach drei Siegen aus fünf Testspielen dennoch gewappnet: „Wir spielen mit guter Geschwindigkeit, guter Härte und als Mannschaft zusammen.“ Innerhalb von zehn Tagen stehen gegen Wien und den GKS Tychy aus Polen vier CHL-Partien an. Eine Woche später beginnt der DEL-Alltag in Nürnberg. Die Adler müssen also funktionieren.

Toptalent Tim Stützle soll fester Bestandteil des Kaders werden

Einer, der in Zukunft auftrumpfen soll, ist gerade einmal 17 Jahre alt. Tim Stützle heißt er und gilt nach Moritz Seider und Lean Bergmann als potenzieller Spieler der amerikanischen Profiliga NHL. „Tim ist ein riesiges Talent“, sagt Alavaara. „Er hat sich in jedem Spiel verbessert und ist schon Teil der Überzahl-Teams“, lobt er den früheren Jungadler. Die „Puck-Skills“, also die Schnelligkeit mit der Scheibe, und seine Fähigkeit, Entscheidungen auf dem Eis zu treffen, seien Stärken.

Stützle weiß, was er kann, spricht aber nur ungern darüber. „Ich mag es nicht, mich selbst einzuschätzen“, sagte er beim Trainingsauftakt im August. In den Tests legte er bereits vier Tore für seine Mitspieler auf. Zweifel, dass Stützle ein Teil der Adler-Offensive werden könnte, hat Alavaara nicht: „Das, was er bisher gezeigt hat, ist beeindruckend.“ In der Vorbereitung bildete er gemeinsam mit Ben Smith und Tommi Huhtala eine Reihe. „Erfahrene Spieler an seiner Seite helfen ihm“, sagt Alavaara. Stützle hätte bereits vor der Runde ans College in die USA wechseln können, entschied sich aber dagegen. „Dass ich hier bleibe, wird mich weiterbringen“, hofft der Youngster.

Was wird aus Seider und Bergmann?

Im Falle einer starken Saison Stützles könnten die Adler im Sommer 2020, wie auch in diesem Jahr, vor einer schweren Aufgabe stehen. Denn in Seider (Detroit Red Wings) und Bergmann (San Jose Sharks), der erst kürzlich aus Iserlohn nach Mannheim wechselte, sind zwei Spieler Teil der Planungen – und irgendwie auch nicht. Denn: Das Duo könnte den Sprung in die NHL wagen – abhängig von deren Abschneiden bei den Trainingscamps. Seider schufftet seit Mitte August im Trainingscamp der Detroid Red Wings. Bergmann spielt noch in den ersten beiden CHL-Partien für Mannheim und trainiert dann bei den San Jose Sharks mit. „Wir hoffen, dass beide bei uns spielen. Sollten sie in diesem Sommer wechseln, können wir nur sagen: Herzlichen Glückwunsch“, sagt Alavaara. Und Stützle? „Spielt er so weiter, bin ich mir sicher, dass er in der ersten Runde im Draft dabei ist“, wagt der Manager eine Prognose für 2020.

Großer Umbruch beim Eishockey-Meister

Die Saison der Adler verspricht auch so viele Neuerungen: Am Donnerstag wurde Marcel Goc zum Nachfolger von Markus Kink als Kapitän gewählt. David Wolf und Ben Smith assistieren ihm. Dazu fielen mit neun Ab- und acht Zugängen die Umbaumaßnahmen drastisch aus – alles Teil des von Adler-Coach Pavel Gross beschriebenen Prozesses, um sich zu verbessern. Und dieser trägt Früchte: Mit vier Treffern überzeugte der Ex-NHL-Legionär Borna Rendulic. „Auch Chad Billins geht gut mit der Scheibe um. Björn Krupp macht einen guten Dienst“, lobt Alavaara und sagt: „Die Neuen haben gezeigt, was sie können.“