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Energiegeladenes Anschwitzen

Beim Auftakttraining der PSK Lions geht es lautstark zu

Mit zehn Spielern hat das Karlsruher ProA-Team die Vorbereitung auf die am 17. Oktober (19.30 Uhr) mit dem Heimspiel in der Europahalle gegen die Artland Dragons beginnende Saison aufgenommen.

Mit Vollgas in die Vorbereitung: Maurice Pluskota (vorne) und die weiteren Rudelmitglieder der PSK Lions mussten beim Trainingsauftakt auch mal Übungen ohne das geliebte Spielgerät machen. Foto: Helge Prang GES/Helge Prang

Das Gebrüll ist eines Rudels Löwen würdig. Eine Kakophonie an Zurufen und Kommandos übertönt am späten Montagmorgen auf dem Wildparkgelände den Lärm von der Stadionbaustelle nebenan, obwohl die markerschütternden Schreie aus der geschlossenen Sporthalle kommen. Beim offiziellen Auftakttraining des Basketball-Zweitligisten PSK Lions geht es lautstark zu.

Coach Samuel DeVoe, der erst 28 Jahre alte US-Amerikaner, gibt den Einpeitscher bei der Übung Fünf gegen Fünf auf einen Korb, bei dem alle Spieler gleichfalls ihre Stimmgewalt unter Beweis stellen müssen. Die folgenden 17 Sprints quer durch die Halle sorgen danach für atemlose Stille, es schließen sich noch Freiwürfe an, dann ist das zweistündige Anschwitzen beendet.

Schon am Abend wird sich die Mannschaft erneut treffen - wie in den kommenden sechs Wochen fast an jedem Tag zweimal, um für den Kampf um den Klassenverbleib in der 15er Liga gerüstet zu sein.

„Es war anstrengend“, fasst Maurice Pluskota in Worte, was unschwer an seinem geröteten Gesicht zu erkennen ist. Der 28 Jahre alte Power Forward ist neben Aufbauspieler Daniel Norl der einzige Profi, der auch in der vergangenen Saison das Lions-Trikot getragen hat.

„Es muss sich alles eingrooven“

Er weiß aus schmerzhafter Erfahrung, was er in den Wochen vor dem Saisonstart noch an Konditionsarbeit zu erwarten hat, aber dennoch ist in diesem Jahr vieles anders. Nicht nur wegen der Hygieneregeln, die unter anderem Fiebermessen vor jedem Training vorsehen.

Auch die Inhalte der Vorbereitungsfron sind etwas anders gelagert. „Wir müssen in Shape kommen und viele neue Spieler integrieren. Es muss sich alles eingrooven“, sagt Pluskota, der das Saisonziel so formuliert: „Die Liga halten und uns weiter etablieren. Alles andere wäre die Kirsche auf der Sahnetorte.“

Um den kalorienhaltigen Kuchen zu sichern, muss das Zusammenspiel schnell funktionieren. Die Lions haben deshalb zehn Testpartien geplant, fast doppelt so viele wie in anderen Jahren.

Bei den bisher neun Zugängen soll es nicht bleiben. „Uns fehlt noch ein Big Man, ein Mann für die Rebounds, aber kein Mitläufer“, sagt Drazan Salavarda, der Routinier des Trainer-Dreigestirns. Er weiß aber auch, dass der nicht zuletzt wegen der bis auf Weiteres bei Heimspielen maximal erlaubten 500 Zuschauer geschrumpfte Etat keine Big Names zulässt: „Corona stellt uns die Mannschaft auf.“ Weshalb Manager Danijel Ljubic vornehmlich Nachwuchsspieler mit Potenzial verpflichtet hat.

„Ich hatte noch selten eine charakterlich so tolle Truppe. Ich hoffe nur, dass wir nicht zu brav sind“, sagt Salavarda und ergänzt: „Da wir nicht auf Erfahrung zählen können, muss Energie in unseren Aktionen sein.“ Das schreit förmlich nach schrillen Zurufen und lautstarken Kommandos.

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