Team-Präsentation
Der 101. Giro d'Italia beginnt in Jerusalem. Chris Froome vom Team Sky steht dabei unter besonderer Beobachtung. | Foto: Ariel Schalit/AP

Italien-Rundfahrt

Das bringt der erste Tag des 101. Giro d’Italia

Jerusalem (dpa) – Der 101. Giro d’Italia beginnt am Freitag mit einem 9,7 Kilometer langen Prolog an einem besonderen Ort. Er startet in der Altstadt Jerusalems.

DIE STRECKE: Der Kurs ist hügelig und technisch anspruchsvoll. Als letzter der 176 Starter aus 22 Mannschaften geht Vorjahressieger Tom Dumoulin aus den Niederlanden um 16.45 Uhr auf die Strecke. Die Hitze und die engen Straßen werden den Startern zu schaffen machen. Seit Tagen ist die Heilige Stadt – nicht nur wegen des Giro – mit Touristen vollgestopft.

DIE FAVORITEN: Der amtierende Zeitfahr-Weltmeister Tom Dumoulin wird versuchen, gleich zu Beginn eine Marke zu setzen. Das gleiche trifft auf den starken Zeitfahrer Chris Froome zu, der als erster Fahrer nach Bernard Hinault (1982/83) versuchen will, die drei Länder-Rundfahrten in Serie zu gewinnen. Der Brite Alex Dowsett aus Tony Martins Katusha-Team, für kurze Zeit Inhaber des Stunden-Weltrekordes, gilt als größter Spezialist.

DIE DEUTSCHEN: Natürlich müsste auch Tony Martin, viermaliger Zeitfahr-Weltmeister, mit einem Tagessieg und dem ersten Rosa Trikot seiner Karriere liebäugeln. Aber der 33 Jahre alte Wahlschweizer schob die Verantwortung von sich: «Realistisch gesehen komme ich nicht für den Sieg in Frage. Ich bin fit und habe mich von den Frühjahrs-Klassikern gut erholt. Aber mein Fokus beim Giro liegt auf der zweiten und dritten Woche.» Ist seine Zurückhaltung Taktik? Sein letzter Sieg datiert aus dem Juni 2017, als er den nationalen Zeitfahr-Titel holte.

FROOME: Der Giro, der zum ersten Mal außerhalb Europas startet, ringt um seine sportliche Bedeutung. Das hat mit Chris Froome zu tun. Der viermalige Toursieger darf ins Ungewisse starten. Dem Briten droht wegen der Salbutamol-Affäre eine Doping-Sperre, die seinen möglichen Giro-Sieg im Nachhinein wertlos machen könnte. Seit Monaten untersucht der Weltverband den Vorfall und ist sich immer noch nicht einig über mögliche Sanktionen. Froomes Start ist von den Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA gedeckt. Das Asthmamittel Salbutamol ist bis zu einem Grenzwert als Therapeutikum gestattet. Nur: Froome hatte das Limit bei der Vuelta 2017 um 100 Prozent überschritten.